Aachener Bischof Mussinghoff feiert 70. Geburtstag

Von: kna
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Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff feiert seinen 70. Geburtstag mit einem Pontifikalamt und einem anschließenden Festakt. Erwartet wird Kirchenprominenz aus Deutschland und Rom. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Der Aachener katholische Bischof Heinrich Mussinghoff feiert am Freitag seinen 70. Geburtstag. Zu einem Pontifikalamt im Aachener Dom und einem anschließenden Festakt werden nach Bistumsangaben zahlreiche Bischöfe aus dem In- und Ausland erwartet.

Mussinghoff, der seit 1999 stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, wurde am 29. Oktober 1940 im westfälischen Osterwick nahe Coesfeld geboren und empfing 1968 in Münster die Priesterweihe. Am 11. Februar 1995 wurde er vom Kölner Kardinal Joachim Meisner zum Bischof von Aachen geweiht.

Die Predigt im Festgottesdienst, zu dem auch der Bischofskonferenz-Vorsitzende Robert Zollitsch erwartet wird, hält der frühere Münsteraner Bischof Reinhard Lettmann. Der Mainzer Kardinal und frühere Episkopatsvorsitzende Karl Lehmann spricht beim Festakt über die Wirkungsgeschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Mussinghoff studierte in Münster und Freiburg Theologie und Philosophie, bevor er am 29. Juni 1968 von Bischof Joseph Höffner die Priesterweihe empfing. Er promovierte im Fach Kirchenrecht und übernahm 1981 die Leitung des Diözesan-Gerichtshofs in Münster. Seit Mai 1995 gehört er dem obersten Gericht der Kirche, der Apostolischen Signatur in Rom, an.

Mussinghoff ist seit 1996 Vorsitzender der Kommission für Fragen der Wissenschaft und Kultur der Bischofskonferenz und seit März 1999 Mitglied der römischen Kleruskongregation. 2006 wurde er Vorsitzender der von der Bischofskonferenz neu errichteten Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum.

Aufgrund rückläufiger finanzieller und personeller Ressourcen führte Mussinghoff in seinem Bistum eine Strukturreform durch. Die 540 Pfarreien zu Beginn seiner Amtszeit hat er zu 71 „Gemeinschaften der Gemeinden” zusammengeführt. 2003 rutschte die Diözese in eine Finanzkrise, die zwei Jahre später überwunden werden konnte.

Mussinghoff engagiert sich besonders für die Aussöhnung mit den Juden. Bei einem vielbeachteten Besuch in Polen im vorigen Jahr bekannte er die Schuld der Kirche in der NS-Zeit, in der es nicht viel Widerstand gegen den Völkermord an den Juden gegeben habe. Auch hätten die deutschen Bischöfe den „Angriffskrieg auf das katholische Land Polen” nicht laut verurteilt.

Bedauern bekundete er über den von Papst Johannes Paul II. verfügten Ausstieg der katholischen Kirche aus der staatlichen Schwangerenberatung. Zugleich zeigte er sich dankbar dafür, „dass der Papst nie davon gesprochen hat, dass das Mitwirken an der Schwangerenkonfliktberatung eine schwere Sünde sei”.

Mit Skepsis beurteilte er auch die Entscheidung von Papst Benedikt XVI., die Exkommunikation der traditionalistischen Piusbruderschaft-Bischöfe aufzuheben. Zwar seien Gespräche wichtig, die Piusbrüder müssten aber auch Vorleistungen erbringen - etwa die Anerkennung des Zweiten Vatikanums mit seiner Absage an alle antijüdischen Positionen.

Im Missbrauchsskandal bat Mussinghoff die Opfer und ihre Familien um Entschuldigung. Um verlorenes Vertrauen wieder herzustellen, sei „den Opfern Gehör zu verschaffen und ihnen Hilfen zur Verarbeitung des Erlebten und Erlittenen anzubieten”. Angesichts der zurückgehenden Zahl an Priestern plädiert der Bischof für eine „Kirche in Rufnähe”. Durch eine engere Kooperation der Seelsorger könnten die kirchlichen Grundvollzüge aufrecht erhalten und zugleich differenzierte Angebote wie jugendgemäße Gottesdienste gemacht werden.
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