Aachen - Aachen: Vermisste Akten gesucht

Aachen: Vermisste Akten gesucht

Von: zva
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„Es war nur eine Frage der Zeit”: Ralf-Werner U. (r.) wurde nach einer Messerattacke in einer Aachener Rechtsanwaltskanzlei als mutmaßlicher Täter festgenommen. Doch diese Tat hat eine lange Vorgeschichte. Angehörige von U. werfen Behörden Schlamperei vor. Mehrfach war er in psychiatrischen Kliniken, 2005 ging er mit Messern auf eine Tante los. Das daraus resultierende Strafverfahren wurde nie zu Ende Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die Aachener Polizei hat am Donnerstag interne Untersuchungen eingeleitet, um den Verbleib einer Ermittlungsakte zu klären. Es handelt sich dabei um das Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen einen 43-jährigen Mann aus Alsdorf aus dem Jahr 2005. Aktuell wird gegen ihn wegen versuchten Mordes ermittelt.

Er hatte Anfang November in einer Aachener Kanzlei eine 34 Jahre alte Angestellte brutal niedergestochen. In dem Verfahren 2005 war es nie zu einer Anklage und somit auch nicht zu einem Prozess gekommen. Der Mann war mit Messern auf eine Tante losgegangen, hatte sie verletzt und war schließlich von einem Sondereinsatzkommando überwältigt worden.

Angehörige des mutmaßlichen Täters hatten gegenüber unserer Zeitung den Behörden Schlamperei und mangelnde Kommunikation untereinander vorgeworfen. Der Mann war auch schon mehrfach in der geschlossenen Psychiatrie, wurde dort aber jeweils nach kurzer Zeit wieder entlassen. Auch ein gerichtliches Betreuungsverfahren lief ins Leere. Derzeit ist der Mann zwangsweise in der Forensik in Essen untergebracht.

Der Bericht unserer Zeitung zog am Donnerstag weite Kreise bis ins Justizministerium. Die Staatsanwaltschaft bekräftigte, dass nach bisherigem Erkenntnisstand die Akte nie bei der Anklagebehörde einging. Die Polizei erklärte, den Fall „akribisch” zu untersuchen. Ein Ergebnis werde erst in einigen Tagen vorliegen.

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