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Aachen schafft verkaufsoffene Sonntage ab

Von: Stephan Mohne, Oliver Schmetz und Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Immer wieder wurden die Stimmen pro und kontra durchgezählt, unter dem Strich stand stets das eine und sensationelle Ergebnis: In Aachen wird es dieses Jahr keine verkaufsoffenen Sonntage geben - weder in der Stadt selbst, noch in den Außenbezirken.

Das hat der Stadtrat am Mittwochabend mit hauchdünner Mehrheit entschieden. Zur Abstimmung stand der jährliche Antrag des Einzelhandels mit konkreten Terminen. CDU, SPD und Grüne hatten ihren Ratsleuten freigestellt, wie sie abstimmen.

Quer durch diese Fraktionen gab es sowohl Stimmen für das Einkaufen am Sonntag wie auch dagegen. Die FDP war auf der Seite der Befürworter, die Linke ebenso wie Vertreter kleiner Parteien auf der Seite der Gegner. Hatte es bereits in den Vorjahren Dispute gegeben, so waren die Gegner nun erstmals in der Mehrheit. Vier verkaufsoffene Sonntage pro Stadtbezirk sind in NRW zugelassen.

Aachener Einzelhändler und Vertreter von Interessengemeinschaften zeigten sich entsetzt. „Die spinnen!”, entfuhr es Manfred Piana als Geschäftführer des Einzelhandelsverbands. Damit verschließe man die Augen vor der Realität. „Das ist ein Rückfall in die Steinzeit, in Maastricht wird man sich die Hände reiben”, sagte Einzelhändler Robert Moonen.

Er sprach von einer Katastrophe für die Aachener Geschäftsleute. „Ich bin völlig fassungslos, dass die Zeichen der Zeit völlig verkannt werden”, äußerte sich auch Oliver Mohr, Sprecher der Händler an der „Kleinen Adalbertstraße”.

Freuen werden sich hingegen die Kirchen und Gewerkschaften, die verkaufsoffene Sonntage ablehnen. So sagt der Aachener Pfarrer Heribert August: „Der Mensch braucht den Sonntag als einen Tag der Ruhe. Und was ist mit den armen Verkäuferinnen, die ständig arbeiten müssen? An diese Menschen sollte man auch denken, wenn man über das Thema spricht.”
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