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Aachen: Neo-Nazi soll Sprengstoffanschlag geplant haben

Von: Stephan Mohne und Matthias Hinrichs
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Aachen/Berlin. Die Wirkung der Bombe hätte schlimme Folgen haben können. Wie schlimm, darüber mag Oberstaatsanwalt Martin Steltner nicht spekulieren.

Er sagt aber: „Wir sprechen hier nicht über eine Harmlosigkeit.” Gebaut haben soll diese Bombe ein 19 Jahre alter - nach Informationen unserer Zeitung einschlägig polizeibekannter und jüngst vor Gericht bereits wegen Körperverletzung verurteilter - Neo-Nazi aus Aachen.

Er ist am Mittwoch in Aachen verhaftet und nach Berlin gebracht worden. Seine Wohnräume im Stadtteil Richterich wurden durchsucht, dabei sei Beweismaterial sichergestellt worden, so der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Außerdem wurden zwei weitere Wohnungen von Neo-Nazis durchsucht. An der Aktion waren das Landeskriminalamt und die Aachener Polizei beteiligt.

Hintergrund der Maßnahmen ist eine rechtsextremistische Demonstration am 1. Mai im Berliner Stadtteil Pankow. Bei dieser Demo habe der Hauptbeschuldigte aufgrund der hohen Polizeipräsenz flüchten wollen. Dabei ließ er laut Staatsanwaltschaft Teile eines selbst gebastelten Sprengsatzes fallen. Zunächst konnte er untertauchen.

Die Ermittlungen führten die Behörden laut Steltner auf die Spur der rechtsradikalen „Kameradschaft Aachener Land” und schließlich zu dem 19-Jährigen. Gegen ihn wird ermittelt wegen des Verdachts auf die „Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion”, eine Straftat, die mit sechs Monaten bis fünf Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist.

Die NPD-Demonstration im Bezirk Pankow hatte bereits im Vorfeld für Aufregung gesorgt, da die Rechtsradikalen auch durch den Stadtteil Prenzlauer Berg marschieren durften, wo durch die Öffnung eines Grenzübergangs am 9. November 1989 der Mauerfall eingeleitet worden war.

Zuletzt waren Neo-Nazis just in Aachen äußerst „aktiv” gewesen. Vor wenigen Wochen war die Mauer des Jüdischen Friedhofs ebenso mit üblen Hetzparolen beschmiert worden wie Parteibüros von Grünen und Linken sowie der SPD in Stolberg. Ein 24-Jähriger konnte hier als Hauptverdächtiger festgenommen werden, der 19-Jährige steht im Verdacht, auch daran beteiligt gewesen zu sein.

Auch das „Autonome Zentrum” in Aachen war Ziel zahlreicher Attacken. Unter anderem sorgte ein herrenloses Paket vor dem Eingang für einen Großeinsatz der Polizei. Am 25. September haben Neo-Nazis zu einer Protestkundgebung gegen den Moschee-Neubau im Aachener Ostviertel aufgerufen. Ein breites gesellschaftliches Bündnis unter anderem aus Parteien, Kirchen, Verbänden und Gewerkschaften will sich dieser Demo entgegenstellen.
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