50 verwahrloste Tiere befreit

Von: Oliver Schmetz
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Baesweiler. Die Polizei spricht von einem „fürchterlichen” Einsatz, Oberstaatsanwalt Alexander Geimer von einem „heftigen” Erlebnis: Näher beschreiben möchten die Beteiligten die Zustände, die sich ihnen in einem Baesweiler Wohnhaus boten, nicht.

Mehr als 50 verwahrloste Tiere - über 40 Hunde, knapp zehn Katzen, ein Graupapagei, einige Sittiche - sind dort in einem Großeinsatz der Behörden befreit worden.

Gehalten wurden die Tiere in den Wohnräumen einer Familie unter schlimmsten hygienischen Bedingungen. Sie sollen sich in sehr schlechtem Zustand befinden und sind vorerst in den Tierheimen in Aachen und Heinsberg untergebracht worden.

Nach AZ-Informationen hatten Nachbarn die Behörden mehrfach auf die nicht artgerechte Haltung von Hunden und Katzen und den extremen Gestank aufmerksam gemacht. Doch wurde den Mitarbeitern des Kreisveterinäramts der Zutritt zum Haus verwehrt - bis die Behörden jetzt mit einem Durchsuchungsbeschluss wiederkamen. Beteiligt waren auch Vertreter des Kreisjugendamts, weil in dem Haus ein 17-jähriges Mädchen lebte. Gegen die Eltern ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Das Haus wurde versiegelt, die Familie anderweitig untergebracht.

Zur Frage eines möglicherweise krankhaften Hintergrundes der Geschichte wollte sich Geimer nicht äußern. Tierschützer sehen in dem aktuellen Fall ein weiteres Beispiel für „Animal Hoarding”, das krankhafte Sammeln von Tieren. Bereits vor einigen Monaten habe es einen ähnlichen Fall in der Region gegeben, bei dem 42 Katzen aus einer Wohnung gerettet worden seien - was der Staatsanwalt bestätigt.

„Diese Tiersammler schotten sich oft ab”, sagt Birgit Wintersteller-Kordic vom Tierschutzverein Aachen und appelliert an Nachbarn und Verwandte, „zum Schutze des Tieres und zum Wohle des Menschen zu handeln und nicht wegzuschauen” - eben wie jetzt in Baesweiler geschehen.
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