Aachen - 41-jähriger Würselener tötet im Wahn seinen Zechkumpel

41-jähriger Würselener tötet im Wahn seinen Zechkumpel

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Deutliche Worte fand Richter Gerd Nohl, der Vorsitzenden der Aachener Schwurgerichtskammer, in Richtung eines Beschuldigten, der am Montag auf sein Urteil wartete.

„Sie leben am Rande der Gesellschaft und wenn man die Bilder von der verwahrlosten Unterkunft sieht, möchte man sich danach sofort die Finger waschen.”

Der 41-Jährige, der in den Unterkünften der Würselener Neustraße lebte und dort im Januar einen Mitbewohner brutal mit bloßen Händen und Tritten tötete, ist nach Auffassung des Gerichts krank und wird für mehrere Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Seinen Kumpel, mit dem er bislang friedlich Alkohol und Drogen geteilt hatte, hielt der ehemalige Maurer zuletzt für einen verkappten Satanisten, von dem nach seiner Meinung höchste Gefahr ausgegangen sei, schilderte der Richter den Seelenzustand des Täters.

Das seien allerdings reine Wahnvorstellungen eines Mannes gewesen, stellte Nohl klar, der seit Ende der 90er Jahre unter psychotischen Schüben „aus dem schizophrenen Formenkreis” gelitten habe und sich laut Gericht „zeitweise für den großen Friedensmann aus Würselen” gehalten habe.

In seinen Wahnvorstellungen sei er von allen Seiten bedroht worden, sogar vom Bürgermeister, referierte der Kammervorsitzende das Wahngebilde. Seit etwa zehn Jahren sei der Mann behandelt worden.

Gesellig und freundlich

Während der Tat sei der Beschuldigte nicht zurechnungsfähig gewesen. Die Realität: In den Zeugenschilderungen war das Opfer das reine Gegenteil eines bösartigen Satanisten. Der Getötete sei zwar alkoholkrank, wurde aber als gesellig und freundlich beschrieben. Durch die Alkoholsucht war der Mann allerdings abgemagert, seine Kumpel bezeichneten ihn als „den eingefallenen Mann”. Mit brutaler Gewalt trat der Täter ihm Gesicht und Brustkorb ein, so dass das Opfer starb. Der Täter wird für Jahre in der Psychiatrie behandelt werden.
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