15- und 19-Jähriger gestehen versuchten Mord

Von: dpa
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Bonn. Zwei brutale Raubüberfälle im Raum Bonn, bei denen zwei Männer in den vergangenen Wochen durch Stiche lebensgefährlich verletzt wurden, sind aufgeklärt.

Die Bonner Polizei hat einen 15 Jahre alten Schüler aus Rheinbach und einen 19 Jahre alten Mann aus dem Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz festgenommen. Beide seien geständig, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag mit. Die Staatsanwaltschaft stellte Antrag auf Haftbefehl wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchten Mordes.

Am 12. Juni waren die beiden nachts in eine Haus in Rheinbach eingestiegen und hatten einen 24 Jahre alten Mann im Schlaf überrascht. Sie zwangen ihn zur Herausgabe von Scheckkarte und Pin- Nummer und verletzten ihn mit Stichen lebensgefährlich. Später hoben sie Geld von dem Konto ab. Als sie das Haus verließen, stellte einer von ihnen in der Küche alle Herdplatten an und legte Papier und Tücher darauf, um einen Brand auszulösen. Das Opfer schleppte sich aus dem ersten Stock die Treppe hinab, konnte die Flammen noch löschen und rief dann vor der Haustür um Hilfe. Eine Notoperation rettete ihm das Leben.

Am vergangenen Samstag zwangen die beiden festgenommen Männer nachts einen 37-jährigen Autofahrer in Alfter anzuhalten. Auch ihn verletzten sie mit Stichen lebensgefährlich und beraubten ihn. Auch er überlebte nach einer Notoperationen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Männer aus Rheinbach und Alfter Zufallsopfer sind.

Beide Tatverdächtigen kommen nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus geordneten sozialen Verhältnissen und leben bei ihren Familien. Bei der Polizei waren sie bisher nicht aufgefallen. Die Männer haben sich über das Internet bei einem mittelalterlichen Strategiespiel kennengelernt. Später chatteten sie dann und trafen sich auch persönlich. Als Motiv für die mit einem hohen Maß an Brutalität verübten Überfälle gaben sie in einer ersten Vernehmung Geldnot an.

Zu den Tätern führte am Mittwoch die Aussage eines Mitschülers des 15-Jährigen. Dieser hatte in der Schule von dem ersten Überfall berichtet. Die Mitschüler aber schwiegen, obwohl die Polizei auf Plakaten und Handzetteln zur Mitarbeit aufrief. Wahrscheinlich hätten sie ihren Mitschüler nicht in die Pfanne hauen wollen, sagte Staatsanwältin Monika Volkhausen.

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