Aachen - 1400 Gläubige nehmen an der Christmette im Aachener Dom teil

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1400 Gläubige nehmen an der Christmette im Aachener Dom teil

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
mussinghoff christmette 2011
In seiner Predigt rief Bischof Heinrich zur Solidarität auf. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Festliches Geläut der Glocken des Domes erfüllte die Aachener City. Während die Dämmerung des Heiligen Abends hereinbrach, erstrahlten Anna- und Kleinmarschierstraße im Glanz der Lichterketten.

Auf dem Münsterplatz hatten die Verkaufsstände des Weihnachtsmarktes längst geschlossen, und die Menschen drängten eiligen Schrittes zur Christmette herbei, um im Dom vielleicht doch noch einen Sitzplatz zu erhaschen.

Etwa 1400 Gläubige, weit mehr als noch im vergangenen Jahr, werden es gewesen sein, denn die Faltblätter mit den Liedtexten reichten bei weitem nicht aus. Drinnen erstrahlten die frisch gereinigten Mosaike im Lichterschein der 48 Kerzen des Barbarossaleuchters und zu den getragenen Klängen der Orgelimprovisationen von Domorganist KMD Norbert Richtsteig hielten Bischof Heinrich Mussinghoff, sieben Konzelebranten des Domkapitels und die Ministranten Einzug.

Besinnlichkeit war den Menschen ins Gesicht geschrieben, als Markus Krings als Kantor das traditionelle Martyrologium sang, das die Geburt Christi in die Chronologie historischer Ereignisse einordnet.

„Wir sind in diesen abendlichen Dom gekommen, um die Christmette zu feiern, um Weihnachten zu begehen, um inne zu werden, was die Geburt Jesu Christi für uns bedeutet”, leitete der Bischof seine Predigt ein. Er beschrieb das Geschehen des Alltags, das „mit der Kälte des Winters und dem Schweigen der Nacht” bedrohlich lauere und uns fürchten lassen könne.

„Wirtschaftskrise und Eurokatastrophe, ein Unfall am Straßenrand, der Ärger am Arbeitsplatz, der an Aids Erkrankte und Fiebernde verlassen in seiner Hütte in Maputo, Streit in Ehe und Familie, all’ das bedrückt und beklemmt unser Herz”, hieß es wörtlich. Doch nichts habe die Menschheit so sehr geadelt, wie die Geburt des Gottessohnes, der in der Stadt Davids geboren wurde.

Die Würde des Menschen sei theologisch in dieser Menschwerdung Christi begründet. Sie ist die Wurzel, die mit der Rechtserkenntnis übereinkomme: „Die Würde des Menschen ist unantastbar”. Sie verpflichte uns alle zu weltweiter und ortsnaher Solidarität. Viel können wir dazu tun: Einen Streit beenden, einsame Bekannte besuchen, den Opfern der Dürrekatastrophe in Ostafrika helfen, für den Schutz ungeborener Kinder eintreten, an Langzeitarbeitslose denken und die Kinder unterstützen, die bald wieder als Sternsinger durch die Städte ziehen, um Kindern in der Welt zu helfen.

Wie alljährlich wurde die kirchenmusikalische Gestaltung der Christmette ein weihnachtlich konzertantes Erlebnis. Die erhabenen Klänge der Messe G-Dur von Franz Schubert beeindruckten im Zusammenwirken von Domorganist, Domchor, drei Vokalsolisten mit begnadeten Stimmen und dem Domorchester tief. In sich gekehrt lauschten die Menschen der von Domchor und Solisten a cappella gesungenen Weise „Stille Nacht, heilige Nacht”, applaudierten anhaltend und stimmten nun selbst mit ein: „Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphieret”.
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