Zwischen Grabsteinen Geschichte erleben

Von: Sarah Siemons
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Beschäftigten sich mit dem Judentum: die Firmlinge Sven Kracht (v.l.), Matthias Heyer, Marie-Pierre Wilczak, André Aretz und Christian Steffens auf dem jüdischen Friedhof Morsbach. Foto: S.Siemons

Würselen. „Es ist toll, wie die Jugendlichen mit viel Engagement und dennoch mit dem nötigen Respekt ans Werk gehen”, freut sich Kaplan Huu Duc Tran. Gemeinsam mit dem Pastoralteam hatte er die Idee zu einem besonderen Firmprojekt.

Denn die Firmlinge aus der Gemeinschaft der Gemeinden in Würselen setzen sich intensiv mit der Frage auseinander, was es eigentlich bedeutet, ein Christ zu sein. Für neun Jugendliche stand dabei auch die Geschichte und die Traditionen des Judentums im Mittelpunkt.

Sie besuchten gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Kein Vergessen” die ehemaligen Sammellager in Würselen. Kochten mit der Jüdin Ella Shvemmer ein typish jüdisches Gericht und brachten den Friedhof Morsbach wieder auf Vordermann.

Da wurde neues Efeu gepflanzt, die Grabsteine geschrubbt und der Weg gereinigt. Doch es geht nicht nur um die körperliche Arbeit. Daher war auch Rabbiner Mordechai Max Bohrer gekommen, um ein jüdisches Gebet zu sprechen.

„Es hat mich besonders interessiert, was genau hier vor meiner Haustüre passiert ist. In der Schule lernt man ja die allgemeine Geschichte der Nazis, nicht aber, wie das damals in Würselen wart”, erklärte Matthias Heyer. Aus diesem Grund hatte er sich freiwillig für das Projekt gemeldet.
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