Radarfallen Blitzen Freisteller

Zukunft des Euregio-Kollegs ist in Gefahr

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
5819151.jpg
Verkehrsschild mit Stange, bitte

Alsdorf. Einigkeit herrschte im jüngsten Alsdorfer Stadtrat: Die finanzielle Last für den Bestand des VabW (Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung) darf nicht weiterhin nur auf den Schultern der drei Mitglieder verteilt werden, so der allgemeine Konsens.

Wenn alle Kommunen der Städteregion von dem VabW-Angebot profitierten, so müsse in der Konsequenz auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten in gebotener Höhe erwartet werden dürfen, war die Meinung der Ratsmitglieder.

Dass der Punkt VabW auf die Tagesordnung der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause gehoben wurde, ist der Ankündigung des Eschweiler Bürgermeisters Rudi Bertram geschuldet, die besagt, dass bei einer Verweigerung der Kostenbeteiligung aller Städteregions-Kommunen auch die Inde-Stadt ihren Austritt aus der Trägerschaft zum Jahresende erklären würde. Diese Ankündigung hatte Hans Vorpeil, Vorsitzender und Mitbegründer des VabW vor fast 29 Jahren, auf den Plan gerufen, der einen Solidaritätsappell an die Vorsitzenden der in der Städteregion vertretenen Parteien gerichtet hatte.

Darin heißt es unter anderem: „Sollte dem VabW bei seinen Erwartungen für eine größere solidarische Unterstützung nicht geholfen werden, so wird die für diesen Fall wahrscheinliche Kündigung des Mitglieds Eschweiler die Mitgliederversammlung VabW veranlassen, sich leider mit der Auflösung des Vereins befassen zu müssen und damit auch die finanzielle Verantwortung für das Euregio-Kolleg nicht mehr garantieren zu können.“

Derzeit zahlen lediglich die Städte Alsdorf (Beiträge und Zuschüsse sind abhängig von der Einwohnerzahl: insgesamt ca. 68.000 Euro jährlich), Würselen (ca. 60.000 Euro plus Sonderzuschuss für das Euregio-Kolleg von 170.000 Euro) und Eschweiler (ca. 85.000 Euro) den Löwenanteil der VabW-Zeche, Herzogenrath beteiligt sich immerhin mit einem freiwilligen Zuschuss von 30.000 Euro am Euregio-Kolleg. Baesweiler hat sich noch nie beteiligt. Die Städteregion beteiligt sich mit ihren Beiträgen von 158.600 Euro an den VabW, ein Zuschuss von 130.000 Euro fließt alleine für das Euregio-Kolleg Würselen. Das findet nicht nur Vorpeil, sondern auch der städtische Rat ungerecht.

Denn: Zum Jahresabschluss 2012 stammen bei 19 Maßnahmen des VAbW und den Studierenden am Euregio-Kolleg mit insgesamt 1795 Teilnehmern aus der Städteregion alleine 989 Teilnehmer, was einer Prozentzahl von 55 beträgt, aus Kommunen, die keine Unterstützung an den VabW leisten, heißt es in dem Schreiben an die Politiker des Städteregionsrates. Alleine aus Stolberg, das jüngst aus dem Kreise der Träger aus Kostengründen ausgeschieden war, käme rund jeder sechste Teilnehmer mit insgesamt 270 Personen. Dies entlaste die Kupferstadt jährlich um mehrere hundert Tausend Euro.

Das Argument, dass Nicht-Mitglieder schließlich ihren Beitrag über die finanziellen Leistungen der Städteregion über die Umlage an den VabW leiste, erstickt Hans Vorpeil in seinem Appell im Ansatz: „Dies gilt ja auch für die drei Mitglieder. Allerdings zahlen diese Kommunen zusätzlich zu den Beiträgen und Zuschüssen.“

Im Auftrag des Mitgliederverbundes wird Bürgermeister Alfred Sonders als Antragsteller nun bei der Städteregion vorstellig und die Solidargemeinschaft einfordern: Demnach soll ein Teil der Leistungen der Mitgliedsstädte über eine Finanzierung durch die Städteregion verlagert werden. Die Gesamtsumme der drei Städte Alsdorf, Würselen und Eschweiler von aktuell etwa 142.000 Euro würde durch Verteilung über die Umlage nicht mehr nur von drei, sondern dann von allen Städten getragen. Bürgermeister Alfred Sonders hob zum Abschluss hervor, dass der Wunsch bestehe, die wichtige gesellschaftliche und soziale Arbeit des VabW weiterhin fortführen zu wollen. „Es geht nicht um finanzielle Mehrleistungen für den VabW, sondern die Summe soll gerecht verteilt werden. Wie solidarisch wir mit dem VabW und auch untereinander sind, das wird sich jetzt zeigen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert