Zu viel Verkehr auf zu enger Fahrbahn?

Von: Beatrix Oprée
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Hier wird es des öfteren eng: Kommt ein Bus, sind mitunter fahrerische Geschicklichkeit und vor allem Rücksichtnahme gefragt.

Herzogenrath. Nicht hinnehmen wollen Lars und Imme von Wedel das Beratungsergebnis aus dem jüngsten Bau- und Verkehrsausschuss. Die Situation in der Kohlscheider Weststraße bereitet ihnen als Anwohnern und vielen ihrer Nachbarn Sorge. Zu viel Verkehr auf zu enger Fahrbahn.

„Oft beobachten wir Kinder und ältere Personen, die auf der Weststraße nicht gefahrlos die Straßenseite wechseln können“, berichten sie der Tageszeitung im Nachgang des Fachausschusses. „Dabei sind eine Kindertagesstätte, zahlreiche Arztpraxen und Geschäfte auf der Weststraße ansässig.“ Autos, die Bussen und Lkw über den Gehweg ausweichen, seien mittlerweile die Rege.

Zwar seien Handel und Industrie in den vergangenen Jahren im Umfeld angesiedelt worden, aber eine Verbesserung der Verkehrssituation habe es nicht gegeben. Lars von Wedel: „Somit ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich ein folgenschwerer Unfall ereignet.“ Vor ziemlich genau zehn Jahren, erinnert er, sei im Ortsteil an der Rumpener Straße ein Kind lebensgefährlich verletzt worden, als es in einer verkehrsmäßig ähnlichen Situation zwischen geparkten Autos die Fahrbahn queren wollte.

Noch habe die Polizei einen solchen nicht zu Protokoll nehmen müssen, wie sie berichtet und deswegen in der besagten Straße auch keinen Handlungsbedarf sieht. Die Ordnungshüter beziehen sich auf eine Auswertung der Verkehrsunfälle zwischen Januar 2009 und Juli 2012.

Auf dem Abschnitt zwischen Roermonder – und Einsteinstraße seien in diesem Zeitraum keine Unfälle erfasst worden, allerdings drei zwischen Einsteinstraße und Markt: ein Sachschaden beim Einbiegen von der West- in die Einsteinstraße, ein Unfall im ruhenden Verkehr und eine Begegnung zwischen einem Radfahrer und einem Fußgänger, die eine leichte Verletzung zur Folge hatte. Für die Polizei ist die Weststraße „unauffällig“.

Die von den Anliegern neben einer Querungshilfe geforderte Verlegung der Bushaltestelle um rund 80 Meter bis vor die Einmündung Alte Bahn wurde ebenfalls geprüft und von der Aseag nicht befürwortet. Die Gründe unter anderem: ungünstige Haltestellenverteilung, kein Hochbord für sicheren Ein- und Ausstieg der Fahrgäste, Sichtbehinderung an der Einmündung Alte Bahn.

Die Verkehrsbelastung, so legt die Stadtverwaltung weiter dar, habe zudem um rund 15 Prozent abgenommen. Die Anzahl der ermittelten Fußgängerquerungen habe nicht die Voraussetzung für einen Fußgängerweg ergeben.

Da in begründeten Ausnahmefällen außerhalb des empfohlenen Einsatzbereiches dennoch Überwege installiert werden können, wurde die Verkehrssituation in einem weiteren Verkehrstermin gemeinsam mit Straßen NRW, Polizei und Verwaltung beobachtet. Aber auch hier habe die Verkehrssituation nicht zu neuen Erkenntnissen geführt, so dass sowohl von Straßen NRW als auch von der Polizei keine Notwendigkeit für weitere markierungstechnische und sogar bauliche Querungshilfen in der Weststraße gesehen wurde.

Auch auf die Kindertagesstätte Rappelkiste sei durch das Gefahrenzeichen „Kinder“, einem mit Zickzacklinie markierten Halteverbot vor dem Eingangsbereich und einem Tempo-30-Gebot ausreichend hingewiesen.

Kleine Kommission prüft

Die städtische Geschwindigkeitstafel in unregelmäßigen Intervallen aufzuhängen und überdies Eltern, Kita-Leitung und Kinder immer wieder zu sensibilisieren, sieht die Stadt daher als Lösung in diesem Bereich an. Die ausführlichen Situationsrecherchen der Verwaltung hat der Fachausschuss zunächst auch zur Kenntnis genommen.

Einstimmig votierte er aber auch für eine eigene Inaugenscheinnahme der Straße. Dazu wird sich die Kleine Kommission des Ausschusses noch in dieser Woche in der Weststraße einfinden. Die Ergebnisse dieser Besichtigung werden dann wieder den Bau- und Verkehrsausschuss beschäftigen.

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