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Ziel des Castings ist die Bühne der Stadthalle

Von: mabie
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Experten-Team: Die Jury mit den Lehrern Martin Busch, Thorsten Krause und Wilfried Bonn (stehend, v.l.), sowie Nadja Ochell (sitzend, l.) und Verena Leenders bespricht die Musical-Stücke. Foto: Markus Bienwald
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Das konnte sich richtig gut hören lassen: Beinahe professionell war der Casting-Beitrag von Lena Baumanns, die mit ihrem Gesang und auch am Piano die Jury überzeugte. Foto: Markus Bienwald
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Nase platt drücken, Ohr dranhalten und versuchen, etwas zu sehen und zu hören: auch das war Teil des ersten Casting-Nachmittags am HGG. Foto: Markus Bienwald
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Während sich vorne Antonia Krause (r.) und Marie-Lou Merhi beim Casting zeigen, stecken die Jury-Mitglieder die Köpfe zusammen. Foto: Markus Bienwald
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Lena Baumanns spielt Klavier und singt dazu. Foto: Markus Bienwald

Nordkreis. Von draußen reingucken ins PZ ist gar nicht so einfach. Und hören geht noch schlechter. Dennoch gab es nun wohl kaum einen interessanteren Nachmittag als Dienstag. Denn da fand das erste Casting zum kommenden Weihnachtsmusical am Heilig-Geist-Gymnasium (HGG) statt. Abendfüllend soll die Show sein, Ende November steht die Stadthalle Alsdorf dann wieder bereit, um der perfekte Partner in der Umsetzung zu sein.

Doch wer wird mit dabei sein, wenn „Robin Hood“ mit seinen Getreuen singend und spielend den Reichen nimmt und den Armen gibt?

„150 Mitwirkende werden auf der Bühne stehen, die alle in den Chören unserer Schule sind“, weiß Lehrer Martin Busch, der Kopf des Ganzen. Zusammen mit 40 weiteren Schülern im Orchester und Helfern hinter den Kulissen werden rund ein Fünftel aller HGG-Schüler an dieser Mammutproduktion mitwirken.

Doch für die Rollen, die unter der Schülerschaft natürlich heiß begehrt sind, muss sich jeder Einzelne auch bewerben. Und beweisen, wie die Jury, der neben Martin Busch auch Verena Leenders, Nadja Ochell, Thorsten Krause und Wilfried Bonn angehören, betont.

„Ein Casting-Beitrag ist frei wählbar, von Gesang bis Tanz kann da alles dabei sein, zum Beispiel auch Playback mit Live-Klavier“, ergänzt Nadja Ochell. Das zweite Stück kommt aus dem passenderweise grün eingeschlagenen Buch mit den Stücken, die später auch auf der Bühne zu sehen und zu hören sein werden. „Aber eins ist klar: In zehn Minuten ist der zeitliche Rahmen bei diesem Casting erschöpft“, ergänzt Martin Busch.

Und während sich draußen künftige Kandidaten und Neugierige die Nasen und Ohren platt drücken, um etwas mitzubekommen und unübersehbare Fingerabdrücke auf den Scheiben des zum Casting-Saal umfunktionierten Pädagogischen Zentrums zu sehen sind, geben drinnen die Kandidaten alles.

Antonia Krause und Marie-Lou Merhi sind die ersten, die antreten. Denn im Gegensatz zu den gehypten Castingshows im TV dürfen die Kandidaten sich auch im Duo präsentieren. So singen sie gemeinsam, spornen sich gegenseitig an, nehmen sich die Nervosität, die in jedem Fall durchgehend präsent ist. Zumindest bei den Kandidaten, denn die Lehrer lassen die Eindrücke auf sich wirken.

Während hinter ihnen der Kuchen für die Besprechungspausen wartet, geben sie beim Casting keine Bewertung ab. Sie applaudieren jedem Kandidaten, sind immer höflich, korrekt, zuvorkommend.

„Wir sind viel netter als die im Fernsehen“, lächelt Nadja Ochell. Doch bei den Kandidaten ist zu spüren, dass sich die kleinsten Regungen der fünf Juroren unmittelbar auf den Vortrag auswirken können. Sobald etwas notiert wird, wird die Stimme zittrig, sobald sich das Gesicht eine andere Mimik zulegt, reagieren die Schüleraugen nervös.

„Wichtig ist, dass sie es schaffen, vor uns Fünfen zu stehen und sich zu überwinden“, sagt Martin Busch. Schließlich kamen bei den letzten Aufführungen zu „Die Schöne und das Biest“ insgesamt 5000 Zuschauer. #

Da ist Nervosität definitiv fehl am Platz. Aber Lampenfieber kann auch helfen, sich von seiner besten Seite zu zeigen, den Stress des Castings zu besiegen und toll zu performen, wie es so schön auf Neudeutsch heißt. Und wer nicht in der ersten Besetzung landet, muss sich keine grauen Haare wachsen lassen, denn, so betont Martin Busch „es könnte zwei Besetzungen geben“. Das sei aber viel aufwendiger, weil dann noch mehr Probenarbeit auf Lehrer, Schüler und Technik zukommt.

Eine, die sich beim Reinschnuppern im Casting beinahe professionell präsentiert, ist Lena Baumanns. Sie spielt ergreifend am Piano, singt dazu, benötigt kein Script für das zweite Stück aus dem späteren Bühnenstück.

Unterschiede sind natürlich vorhanden, die sicher auch mit der Reife der jungen Menschen, dem Umgang mit der Nervosität und auch der Befangenheit oder Unbefangenheit zu tun haben. Aber letztlich empfangen sie alle, die sich dieser Herausforderung stellen, zehn Minuten lang im Fokus von gleich fünf Lehrern zu stehen, zu Recht ihren Applaus. Denn Mut, das zeigen die Teilnehmer allesamt, gehört dazu, sich ohne instrumentale Begleitung vor eine Fachjury zu stellen und einfach so zu singen, als wäre niemand da.

Auch nicht die Leute, die sich draußen neugierig die Nase platt drücken.

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