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Zentrum Klösterchen: Vielseitiges Jahresprogramm vorgestellt

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Mal satirisch laut, mal schaurig leise: Liese-Lotte Lübke ist mit „Kopf in den Sand“ am 11. Februar zu Gast. Foto: Carsten Schick

Herzogenrath. Kultur ausschließlich auf ihre auch ökonomische Verwertbarkeit hin zu betrachten und lediglich ihren Unterhaltungswert in den Vordergrund zu stellen, das ist den Akteuren im soziokulturellen Zentrum Klösterchen zu wenig. Dieser Gründungsphilosophie aus dem Jahr 1986 sind sie in 20 Jahren treu geblieben. Sie bieten Kunst und Kultur an, die von Herzen kommt und auch zu Herzen gehen soll.

Das jetzt vorgelegte Kulturprogramm 2017 soll erneut beredtes Beispiel dafür sein, „weil es in seiner Art eine feinfühlig zusammengestellte Jahreskomposition darstellt, die von den Machern in unzähligen kleinen Schritten entwickelt wurde, verschiedenste Genres zum Zuge kommen lässt und doch deutlich mehr als einfach eine bunte Mischung von Veranstaltungen ist“, sagt Wilfried Hammers, Vorsitzender des Trägerverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen.

So heißt es nach dem Jubiläumsjahr „20 Jahre Klösterchen“ unter dem Motto „WachTräumer“ in 2017: „Und weiter geht‘s … und nicht nur einfach weiter so!“

Bewusst gewählt ist der experimentelle Jahresauftakt am Samstag, 14. Januar, mit dem englischsprachigen Stück „You, me and the distance between us“: Die junge Künstlerin Ellen Muriel aus Brighton bringt auf bewegende Weise ihre Erfahrungen als Flüchtlingshelferin in Mazedonien und auf Lesbos auf die Bühne des Kulturhauses an der Dahlemer Straße 28 in Herzogenrath.

Am Samstag, 11. Februar, folgt das Kontrastprogramm: Mit Klavierkabarett und Pianopoesie unter dem Titel „Kopf in den Sand“ macht die junge Künstlerin Liese-Lotte Lübke im Klösterchen Station. Sie beleuchtet gesellschaftliche Entwicklungen, mal satirisch laut, mal schaurig leise, und steht mit ihrem Programm für ihre Grundüberzeugung, dass nur der einen Blick für längst überfällige Veränderungen hat, der sich den Sand aus den Augen reibt.

Im März wird es dann musikalisch filigran und gesanglich mehr als feinfühlig, wenn der Ire Martin Hutchinson, der schon 1985 bei der Zeitenwende zu begeistern wusste, erneut mit seiner anderen Art der Interpretation irischer Musik und seiner Charme-Offensive wohl auch dieses Mal sein Publikum in den Bann zieht.

Einmal im Jahr ist es Zeit für das im Klösterchen ansässige „Aixper-tentheater“, das am Freitag und Samstag, 31. März und 1. April, mit neuem Ensemble die große Komödie „Die Macht der Gewohnheit“ von Thomas Bernhard präsentiert, die die scheinbare Sinnlosigkeit allen Strebens und die dennoch tägliche Notwendigkeit, alles zu versuchen und weiterzumachen in unmittelbaren Zusammenhang stellt.

Am Samstag, 6. Mai, gibt es eine ganz große theater-musikalische Biografie, die als Hommage an den legendären Rio Reiser gilt, der wie nicht viele Künstler unserer Zeit im Spagat zwischen Kunst und Kommerz sowie Poesie und Politik eine ungebrochene Faszination verbreitet hat. Rudi Rhode als Schauspieler und Michael Gustorff als begnadeter Musiker haben dies in ein bewegendes Kammerspiel gekleidet.

Mit Künstlern aus der besten amerikanischen Country- und Folkszene, einem sicher mehr als fulminanten Gospelkonzert von „RejoiSing“ und vielen Facetten mehr liefert das Klösterchen viel Stoff zur Auseinandersetzung, wie es sich für ein Soziokulturelles Zentrum eben gehört, aber ebenso Lebensfreude als innerem Energiespender.

Auch die Filmprogramme, die dieses Jahr um die neue Reihe „Kino verbindet“ als cineastisches Medium der Annäherung von Geflüchteten und Deutschen an den Start geht, bieten erneut großes Kino auf der ebenso großen Leinwand im Kulturzentrum – „so wie es die Besucher in angenehm kommunikativer Atmosphäre schätzen und lieben“, wie Hammers sagt.

Die Reihe „Visionen einer besseren Welt“ startet am Freitag, 20. Januar, um 19.30 Uhr mit dem Filmhit des Jahres 2016, „Toni Erdmann“. Das Seniorenkino eröffnet am Montag, 30. Januar, um 10 Uhr (Einlass ab 9 Uhr mit Frühstück) mit der Komödie „Bis zum Horizont – dann links“. Da auch die Kulturschaffenden im Klösterchen ihre eigenen Angebote und Programme haben, lohnt sich neben dem Blick ins neue Programmheft auch ein Besuch der Homepage.

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