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Zensus: Junge Familien als Bauherren begehrt

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Würselen wächst – und braucht neuen Wohnraum: Im Neubaugebiet Kapellenfeldchen sollen auf 14 Hektar rund 250 neue Wohneinheiten entstehen. Daran wird derzeit im Eiltempo gearbeitet. Foto: Daniel Gerhards (3), Stock/Seeliger (1)

Nordkreis. Eines haben alle Nordkreiskommunen gemeinsam: Sie wollen neue Baugebiete, sie rühmen sich mit ihren bestehenden und wollen weitere ausweisen. Junge Familien sollen in die Städte – und dort bauen. Das passiert derzeit in rasend schnellem Tempo am Kapellenfeldchen in der Nähe des Würselener Krankenhauses. Dort sollen auf 14 Hektar rund 250 neue Wohneinheiten entstehen. Denn eine Stadt, die wachsen möchte braucht Wohnraum.

Das ist für Stadtsprecher Bernd Schaffrath wichtig: Denn Würselen wächst. Um ein Prozent pro Jahr soll die Bevölkerungszahl ansteigen, hat die Bertelsmannstiftung prognostiziert. Würselen sei eine „Zuzugskommune“, sagt Schaffrath. „Viele Leute wollen wegen der Nähe zu Aachen nach Würselen“, sagt er. Denn in die Kaiserstadt gelangt man aus Würselen genauso schnell oder schneller als aus Brand oder Eilendorf – ruckzuck eben.

Hoher Akademikeranteil

Viele Menschen, die in Aachen etwa im Umfeld der RWTH oder der Uniklinik arbeiten, zieht es zum Wohnen nach Kohlscheid. Das könnte ein Grund für den im Rahmen des Zensus ermittelte hohen Akademikeranteil in Herzogenrath sein – 12,8 Prozent haben einen (Fach-)Hochschulabschluss. Vielleicht ein Grund, der viele gebildete Besserverdiener in die Rodastadt zieht: attraktiver Wohnraum. In Herzogenrath gibt es anteilig die meisten frei stehenden Häuser (35,1 Prozent) und Doppelhaushälften (29,8 Prozent). 8390 der 12.273 Gebäude mit Wohnungen in Herzogenrath sind Einfamilienhäuser. Gleichzeitig habe man den Bau neuer Wohnungen, die betreutes Wohnen ermöglichen, „stark forciert“, sagt Bürgermeister Christoph von den Driesch.

Das habe man auch in Baesweiler. Etwa durch die 80 altersgerechten Häuser in der Seniorenwohnanlage am Carl-Alexander-Park, sagt Bürgermeister Dr. Willi Linkens – und durch die neue DRK-Einrichtung an der Breite Straße. Ziel der Verwaltung sei es, auch weiterhin „Wohngrundstücke breitzustellen, auf denen Privatleute bauen können“, sagt Linkens. Dies habe man schon in der Vergangenheit intensiv getan. Deshalb gebe es in Baesweiler mit durchschnittlich 94,4 Quadratmetern auch die größten Wohneinheiten.

Alsdorf ist in dieser Statistik Schlusslicht im Nordkreis. Dort liegt die Wohnungs-Durchschnittsgröße bei 88,5 Quadratmetern. Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter, begründet das damit, dass es in Alsdorf noch sehr viele alte, kleine Bergbauhäuser gebe. Die Zeche in Alsdorf schloss wesentlich später als die in Baesweiler oder Merkstein. Und in den 1900er Jahren habe man es verpasst, neue Baugebiete auszuweisen – also gab es wenige neue, geräumige Häuser. Allerdings seien die nun ausgewiesenen Baugebiete – etwa in Begau – heiß begehrt.

Ohnehin stehen in Alsdorf nur 2,9 Prozent der 21.628 Wohnungen leer. Das ist der niedrigste Wert im Nordkreis – und fast bedenklich. „Der Leerstand ist äußerst gering. In einigen Stadtteilen, zum Beispiel in Kellersberg, ist es schwer eine Wohnung zu bekommen“, sagt Kahlen.

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