Alsdorf - Zauberhaftes Licht macht aus der Burg ein Märchenschloss

Zauberhaftes Licht macht aus der Burg ein Märchenschloss

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Gesichter in den Bäumen: Manche der Silhouetten ließ sich im nächtlichen Lichterzauber im Alsdorfer Burgpark erst auf den zweiten Blick entdecken. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Als die Dämmerung anbricht, wird es ganz still im Alsdorfer Burgpark. Tausende Menschen stehen dort und schweigen. Genießen still einen Anblick, den es so noch nicht gegeben hat. Zum Auftakt des städteregionalen Kulturfestivals ergießt sich ein Lichtermeer über die Alsdorfer Burg, in das auch die Zuschauer ganz tief eintauchen. Beinahe flammend rot sind die Lichtsäulen, die von den Füßen des Gebäudes bis zu dessen Dach emporragen.

Gut 150 Scheinwerfer hat der Berliner Lichtkünstler Jörg Rost mit seiner Crew alleine entlang des Gemäuers postiert. Weitere 100 finden sich im übrigen Park. Vor allem an den Bäumen, die in einem satten Grün erstrahlen. Märchenhaft ist diese Kulisse. Geradezu mystisch.

Ein Eindruck, der an manchen Stellen noch verstärkt wird durch besondere Details. So hängen in einem Baum kleine Lautsprecher, aus denen leise die Stimmen einiger Kinder aus der Grundschule Alsdorf-Mitte erklingen. Über ihre Berufswünsche hatten sie zuvor mit Künstlerin Ingrid Peinhardt-Franke gesprochen, die Gespräche aufgenommen und zu einer Klangcollage verarbeitet, die inmitten einer Welt aus Licht den Zauber dieser Nacht noch verstärkt.

Entlang der Leuchtspuren

Entlang der „Leuchtspuren” auf dem Boden - einer Art Labyrinth aus hunderten Kerzen - entlang der Lampen in den Baumkronen und der Installationen am Wegesrand flanieren die Besucher in der Dunkelheit. Bis nach Mitternacht nutzen auch zahlreiche Fotografen die Gelegenheit, ein einmaliges Spektakel einzufangen.

Für diese Inszenierung wurde der Boden bereits am Nachmittag bereitet. Im Burgsaal hatten Kinder der Städtischen Kita Kellersberg eine Burg aus Pappkartons aufgebaut. Gleich neben einem Hexenlabor von Kindern der Grundschule Mitte, in dem es selbst angerührte, geheimnisvolle Handcremes gab, die angeblich selbst den schlimmsten Schnupfen im Nu wegzaubern. Auch das Gewölbe der Burg wird genutztÊ- dort präsentiert der Künstler Franz-Josef Kochs Schattentheater-Szenen.

Besuch im Kerker

Richtig voll wird es aber erst am späteren Abend. Für viele beginnt der Rundgang mit einem Besuch im Kerker: Dort lichten Künstler die Gäste ab und montieren die ausgedruckten Einzelporträts zu einem riesigen Mosaik. Mit Farbe veredelt und anschließend wieder in Einzelteile zerlegt, werden die Bilder zu besonderen Souvenirs.

Einen reizvollen Kontrast gibt es, nachdem der Knappenchor St. Barbara mit dem Steigerlied - von vielen Besuchern mitgesungen - beendet hat. Dann nämlich spurten Schüler des Alsdorfer Berufskollegs auf die Bühne und präsentieren eine neue, freche Version des Steigerliedes als knackigen Rap. Die bringt manchen der gestandenen Kumpel im Bühnenhintergrund arg zum Schmunzeln. Und viel Applaus gibt es für beide Beiträge.

Nach diesem Hörgenuss zieht das Publikum von der Bühne zum Torbogen des Parks, wo der Junge Chor St. Castor Gospelsongs präsentiert. Mit der Dämmerung kommen besondere Gäste: Stelzenläufer des Berliner Theaters Anu, die eine wortlos-poetische Inszenierung an vielen Stationen im Burgpark präsentieren. Auch als die Lichtinstallation ihre Magie entfaltet, sind die Künstler an zahlreichen Stellen aktiv.

Hier und dort können Zuschauer auf Bänken Platz nehmen und ein Weilchen zuschauen - bevor sie die Reise durch eine nächtliche Zauberwelt fortsetzen, in der die Burg für ein paar Stunden zum Märchenschloss wird.
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