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Würselens Bürgermeister Breuer feiert seinen Abschied

Von: Lars Odenkirchen
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Feiert nach zehn Jahren seinen Abschied: Würselens künftiger Ex-Bürgermeister Werner Breuer. Foto: Lars Odenkirchen

Würselen. Ein steifer Festakt, lange Reden und gelangweilte Gäste: All dies wünschte sich Würselens Bürgermeister nicht für seine Verabschiedung. Nein, Werner Breuer wollte auf seine ganz eigene Art Abschied von dem Amt nehmen, dass er zehn Jahre in der Düvelstadt bekleidet hat.

So wurde der Festakt in der Aula des Gymnasiums zu einem recht außergewöhnlichen Abend, der eher von persönlichen Gesprächen als von langen Lobreden geprägt war.

Viele Bürger, Politiker und Vereinsfunktionäre hatten schon früh den Weg ins Gymnasium gefunden, wo ein sichtlich gut gelaunter Bürgermeister einen Großteil seiner Gäste per Handschlag begrüßte.

Dass Werner Breuer sich für seinen Abschied eher ein lockeres Beisammensein als einen steifen Festakt gewünscht hatte, wurde dann schon bei den ersten Programmpunkten deutlich. Zum Auftakt gaben die Bardenberger Alphornbläser dem Bürgermeister ein Ständchen.

Anschließend zeigten einige behinderte Menschen ihr musikalisches Können: Die „Rasselbande” der Caritas legte einen gekonnten Auftritt hin.

Für Bürgermeister Breuer gab es da beim letzten Lied kein Halten mehr: „Und ich flieg, flieg flieg wie ein Flieger” intonierte die Caritas-Gruppe lautstark, worauf der Bürgermeister nicht nur auf die Bühne eilte, sondern dort auch gleich den passenden Tanz aufs Parkett legte.

Neben weiteren musikalischen Darbietungen gab es dann aber doch noch eine Rede, die natürlich der Hauptakteur selber hielt. Denkbar knapp wollte sich der Bürgermeister dabei halten und bat seine Gäste, von weiteren Vorträgen abzusehen, denn „so gut wie man an einem solchen Abend gemacht wird, so gut kann kein Mensch sein.”

In erster Linie wollte Breuer dann ein Dank aussprechen, natürlich an seine Familie, aber auch an die Mitarbeiter, die ihn in den zehn Jahren seiner Tätigkeit als Verwaltungschef unterstützt haben. Beim Rückblick auf seine Amtszeit bemühte Werner Breuer schließlich Frank Sinatra- nicht zum letzten Mal an diesem Abend. „It´s my way. It was my way” fasste der Bürgermeister seinen ganz eigenen Weg zusammen, und gab sich genügsam: „Wenn Sie nachher sagen können, er war ene leeve Jong, er hat sich wirklich bemüht, dann bin ich schon ganz zufrieden.”

Gewitzt fuhr Breuer fort, mehr Zeit für Rasen mähen, die Enkelkinder und seine Hobbys habe er nun, und seinem ebenfalls anwesenden Alsdorfer Kollegen Helmut Klein, mit dem er gemeinsam den Ruhestand antritt, schlug Breuer vor: „Vielleicht können wir beide ja demnächst öfter mal gemeinsam wandern gehen.”

Bei aller Lockerheit blieb aber auch Zeit für einige ernste Töne. Entschuldigen wollte sich der Bürgermeister bei allen, die er zu Unrecht angegriffen habe: „Vor allem, wenn ich vielleicht manchmal sehr emotional reagiert habe - aber so ist der Breuer halt.”

Er machte deutlich, dass die Hauptziele seiner Arbeit darin gelegen hätten, Würselen fit für die Zukunft zu machen, mehr für Arbeitsplätze, Bildung, eine lebendige Innenstadt und das Gewerbe zu tun. Breuer kritisierte: „In Würselen macht sich eine Krankheit breit: Wir reden unseren Standort schlechter, als er ist. Ich frage mich warum. Würselens Zukunft wird so sein, wie wir sie gestalten. Wir Würselener müssen Probleme gemeinsam anpacken und zusammenstehen. Die gesamte Städteregion wird sich durch Projekte wie den Aachener Campus so entwickeln, wie es sich viele noch gar nicht vorstellen können.”

Auch die Haushaltssituation der Stadt sei längst nicht so schlimm, wie sie oft gemacht würde. Zum Abschluss erinnerte Breuer an eine Vision, die er am 5. Oktober 1999 bei seinem Amtsantritt vorgestellt hatte. „Von den 18 Punkten die ich genannt hatte, konnten 14 realisiert werden”, lautete die positive Bilanz des Bürgermeisters.

Unterhaltsam ging der Abend auch danach noch bis tief in die Nacht weiter. Viele Würselener Vereine erwiesen Breuer die Ehre, und der künftige Ruheständler genoss den Abend offenbar in vollen Zügen, bewies etwa mit dem Männergesangsverein Liederkranz stimmliche Qualitäten oder lachte bei Jürgen Beckers Auftritt. Sichtlich gerührt war Werner Breuer dann bei einem Film, in dem viele Menschen aus Würselen und der Region auf die gemeinsame Zeit zurückblickten und dem Bürgermeister für die gemeinsame Zeit dankten.

Zum Ende bewies Würselens erster Bürger dann ein weiteres Mal Gesangsqualitäten. Dargeboten wurde dabei natürlich Sinatras Klassiker, „My Way”, allerdings nicht ganz im Original - Breuer hatte am Text gefeilt, und sang das Lied so, wie er auch seinen Abschied gestaltet hatte: Auf seine ganz eigene Art.
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