Würselener SPD-Fraktion will mit allen Gespräche führen

Von: Georg Pinzek
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Freude über den Wahlerfolg: Bürgermeister Arno Nelles umringt von Parteifreunden ist mit dem Würselener Ergebnis sichtlich zufrieden. Fotos : Wolfgang Sevenich und Georg Pinzek Foto: Wolfgang Sevenich und Georg Pinzek

Würselen. Per SMS gratulierten der gerade wiedergewählte Bürgermeister Arno Nelles und die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers, die ebenfalls erneut das Ratsmandat erzielte, ihrem Parteifreund Martin Schulz: „Herzlichen Glückwunsch! Wir stehen Deinem erfolgreichen Ergebnis in nichts nach, auch dank Deines Einsatzes!“

Die Kurznachricht hat der prominente Sozialdemokrat am späten Wahl-Abend erhalten. Nach seiner Stimmabgabe im Jugendheim St. Pius war Schulz zunächst nach Berlin gejettet und später nach Brüssel.

Aber nicht nur Bürgermeister Arno Nelles hatte ganz offensichtlich vom plakativen Schulterschluss mit Alt-Bürgermeister Schulz profitiert. Satte Zugewinne von 8,23 Prozent hat die SPD bei der Kommunalwahl eingefahren, insgesamt erzielte sie 39,73 Prozent. Die erste Bilanz von SPD-Fraktionsvorsitzendem Christoph Küppers fiel entsprechend positiv aus: „Wir sind sehr zufrieden. Das ist ein toller Erfolg für die SPD im Rat und unseren Bürgermeister!“ 15 Sitze hat die SPD im neuen Rat.

Erstmals ist in Würselen „Die Linke“ angetreten und konnte mit 3,78 Prozent einen Sitz im Rat erobern.

Lange Gesichter gab es hingegen in den Reihen der übrigen Fraktionen, als Stadtsprecher Bernd Schaffrath im Ratssaal die Ergebnisse präsentierte. Obwohl die Union mit 2,28 Prozent sogar einen Zugewinn registrieren konnte und auf 32,62 Prozent der Stimmen kam, hat die CDU insgesamt mit 13 Stadtverordneten einen Sitz weniger als zuvor. Für diese Wahl hatte der Rat eine Reduzierung der Sitze von 44 auf 38 beschlossen.

Drei Wahlverlierer

Der größte Wahlverlierer ist die UWG. Ein Minus von 6,58 Prozent muss die Gemeinschaft hinnehmen. Die drittstärkste Kraft im Rat kommt nur noch auf 8,91 Prozent. Von zuvor sechs Sitzen bleiben ihr nur noch drei. Ebenfalls nur noch drei Sitze haben jeweils die FDP und die Grünen nach entsprechenden Verlusten.

Die FDP hat ein Minus von 4,54 Prozent und kommt nur noch auf 6,64 Prozent. In der vergangenen Wahlperiode waren die Liberalen noch mit fünf Stadtverordneten im Rat. Ebenfalls fünf Sitze hatten zuvor die Grünen, sie verloren 2,15 Prozent der Stimmen und erreichten bei der Wahl insgesamt nur noch 8,33 Prozent.

Großer Gesprächsbedarf

Montagabend wurde in Fraktionen und Parteiverbänden das Wahlergebnis ersten Analysen unterzogen, erste Fahrpläne für Koalitionsverhandlungen diskutiert. Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers betonte: „Wir wollen mit allen Seiten im Rat reden, um auszuloten, was mit wem geht. Richtungsweisende Entscheidungen beispielsweise beim Singer-Gelände, Merzbrück oder der Schullandschaft stehen an.“ Durch den Prozess des Stärkungspakts hätte die politische Gesprächskultur in Würselen stark profitiert, zeigte sich Küppers optimistisch, was die anstehenden Verhandlungen anbelangt.

Aus seiner Enttäuschung, dass die Union hinter ihren Erwartungen geblieben sei, machte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Jürgen Schmitz keinen Hehl. „Wir haben zwar etwas zugelegt, was zeigt, dass es ja wohl gar nicht so falsch war, was wir gemacht haben, es hat sich aber nicht in Mandate ausgezahlt. Wir werden dem noch genau nachgehen: Welche Rolle hat der Schulz-Effekt gehabt, lag es an Sachthemen? Und so weiter.“ Für Karl-Jürgen Schmitz steht außer Frage: „Die SPD als stärkste Kraft ist selbstverständlich gemäß demokratischer Gepflogenheiten federführend bei Koalitionsgesprächen am Zug. Wir werden uns mit Sicherheit keinen Gesprächen verschließen, nicht zuletzt weil weiterhin schwierige Haushaltsentscheidungen anstehen, die sinnvollerweise weiterhin mit einer großen Mehrheit getroffen werden müssen. Stabile Mehrheitsverhältnisse, egal wie sie am Ende aussehen, sind für Würselen auf alle Fälle wünschenswert.“

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