Würselener Pfarren vor der Fusion

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In den katholischen Kirchen der Düvelstadt Würselen wird ab Neujahr nichts mehr so sein wie bisher.

Würselen. Der Turmstumpf der Weidener Kirche St. Lucia wird noch die vorbeirasenden Autofahrer auf der Autobahn an das Toben des Krieges erinnern, die Kuppel von St. Sebastian weiter den Würselener Markt krönen, St. Peter und Paul in Bardenberg mit seinen Glocken die Gläubigen auch künftig zur Messe rufen - und doch wird ab Neujahr in den katholischen Kirchen der Düvelstadt nichts mehr so sein wie vorher.

Alle Kirchen, dörfliche Gotteshäuser wie St. Willibrord in Euchen und moderne Gebetsstätten wie St. Pius X. in der Siedlung Teut, wird eines verbinden: die alle Orte der Andacht und gemeinsamen Eucharistiefeier der bisherigen Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) Würselen und Broichweiden vernetzende Kirchengemeinde, in der alle bisher bestehenden Pfarren aufgehen sollen.

Auf Wunsch des Aachener Bischofs Heinrich Mussinghoff trägt sie den Namen „Sankt Sebastian” und wahrt so zumindest vom Schutzpatron her die historische Kontinuität. Betroffen sind rund 25.000 Katholiken. Mit einer Liebesheirat hat der flächendeckende Verbund nicht für alle Mitglieder zu tun.

Bei manchem Aktiven stießen die Pläne des Bistums, das den Impuls zur Bildung quasi von oben herab betrieben hat, auf Unmut und Kritik. Die Furcht, gewachsene Identitäten und Strukturen würden auf Geheiß der Kirchenbehörde planiert, prägte in den zurückliegenden Monaten die Diskussionen wesentlich mit. Mitunter kam es zur Einlegung von Rechtsmitteln, so zum Beispiel durch Mitglieder der Bardenberger Pfarre St. Peter und Paul, die gegen die veränderten Zuweisungen seitens des Bistums Widerspruch einlegten.

Ob Zwangs- oder Vernunftehe: Allen diesen und weiteren Ängsten versucht der Leiter der künftigen Gemeinde, der Weidener Pfarrer und Regionaldekan Hans Rolf Krewinkel, in seinem jüngsten Pfarrbrief die Spitze zu nehmen. Aus seiner bisherigen Arbeit in der nun bald obsoleten Broichweidener GdG leitet der auch als Bildender Künstler bekannte Seelsorger Hoffnung für Groß-Würselener Zusammenhänge her.

Krewinkel nimmt die drei Kirchtürme von Weiden, Linden-Neusen sowie Euchen ins Blickfeld und resümiert: „Keine der drei Pfarren hat ihr eigens geprägtes Gesicht verloren. Das macht nicht nur mich froh und auch ein bisschen stolz.” Wer die Arbeit mit ihm im neuen Kontext anpacken soll: Außer Pfarrer Rainer Gattys, der in und um St. Sebastian bereits seit längerer Zeit tätig ist, und Krewinkel selbst sollen es der aus Kenia stammende Spiritaner-Pater Barnabas Mangera aus dem Kloster Broich und Pfarrer Karl-Josef Pütz sein.

Pütz ist als ehemaliger Kaplan vielen Einwohnern der Düvelstadt noch immer ein Begriff, stammt aus Eilendorf bei Aachen und betreute zuletzt eine Gemeinde in Anrath bei Krefeld. Laut Krewinkel ist dieses Team durchaus noch erweiterungsfähig: „Über weitere priesterliche Mitarbeit verhandeln wir noch mit dem Bistum.
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