Würselen - „Würselener Initiative für den Frieden“ bleibt hochaktuell

„Würselener Initiative für den Frieden“ bleibt hochaktuell

Von: Karl Stüber
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Auch mit 76 Jahren noch stark engagiert: die Friedensaktivisten Helene und Dr. Ansgar Klein. Foto: Karl Stüber

Würselen. Auch wenn die „Würselener Initiative für den Frieden“ mittlerweile in die Jahre gekommen ist, ist ihr Hauptanliegen auch 31 Jahre nach der Gründung brandaktuell geblieben: „Frieden schaffen ohne Waffen.“ Helene und Dr. Ansgar Klein (beide 76) sind von Anfang an dabei. „Auch Martin Schulz gehört zu den Gründern“, erinnert Klein an diesen Aspekt der politischen Basisarbeit des mittlerweile prominenten Würseleners, der Präsident des Europäischen Parlaments ist.

„Mit der Zeit war die Initiative etwas eingeschlafen“, berichtet Klein. Aber mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr war der alte Zorn über – aus Sicht der Friedensinitiative – verantwortungslose Politik wieder da. Das Kernteam besteht aus knapp zehn Aktivisten, wie das Ehepaar Klein berichtet. In der Verteilerliste des Rundbriefs stehen indes gut 200 Adressen. Ein Potenzial, das die Kleins auch für die Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten des Nordkreises am Donnerstag, 5. September, mobilisieren wollen – und weit darüber hinaus. Jeder Interessierte ist zur Teilnahme eingeladen.

Mit wachsender Sorge verfolgen die Kleins die Entwicklung in Syrien, die der Veranstaltung zusätzlich Aktualität verleiht. Die Kernthemen der Podiumsdiskussion: Neuausrichtung und Auslandseinsätze der Bundeswehr und Bündnisverpflichtungen in EU und Nato; Rüstungsexporte und Kampf-Drohnen-Beschaffung; zivile Konfliktlösung und soziale Gerechtigkeit; natürlich Syrien; Bundeswehrwerbung speziell an Schulen.

Für unverantwortlich halten die beiden Würselener Rüstungsexporte. Hauptverantwortliche für den industriefreundlichen Kurs ist für sie Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Hinzu kommt, dass solche Exporte nicht nur Leid über viele Menschen bringen, sondern das dafür eingesetzten Ressourcen für den sozialen Bereich fehlen“, lautet die Kritik der Friedensaktivisten. „Wir haben das Ende des Zweiten Weltkriegs und dessen Auswirkungen noch genau vor Augen.

Wir beobachten deshalb um so sorgenvoller und kritischer, dass die Militarisierung in Deutschland voranschreitet“, sagen die Kleins. „Nie wieder Krieg“, habe es damals geheißen. „Aber Deutschland führt Krieg in Afghanistan“, sagt Helene Klein. Auch wenn Ansgar Klein weiter in Würselen einvernehmlich bei den Grünen mitarbeitet, hat er auf Bundesebene dieser Partei den Rücken zugekehrt. Knackpunkt für ihn war Dezember 2012, als die Grünen die Stationierung von deutschen Soldaten mit Patriot-Flugabwehrraketen in der Türkei an der Grenze zu Syrien mittrugen. Klein verließ die Partei. Für Helene Klein ist in Sachen Auslandseinsatz eine andere Partei viel konsequenter: die Linkspartei.

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