Würselener Gymnasium ist „Schule gegen Rassismus“

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Plakativ: Schüler und Lehrer haben die Teilnahme an dem Projekt gemeinschaftlich initiiert. Jetzt freuen sich alle über das Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Foto: ny

Würselen. Das ging unter die Haut. Ein Film, der lange kein Bild zeigte. Bei dem sich die Zuschauer auf das gesprochene Wort konzentrieren mussten. Ein Film, der die eine Nachricht vermittelte: „Bewerten Sie einen Menschen nicht nach dem Aussehen. Sondern nach seinem Charakter.“

Gezeigt wurde der dreiminütige Streifen in der Aula des Städtischen Gymnasiums. Es war ein Film der 7b, der im Politikkurs entstanden ist. Zuschauer waren nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch eine Jury, bestehend aus Schülern, Lehrern und Profis der „Ladys in Black“, der erfolgreichen Volleyball-Mannschaft der Alemannia Aachen.

Als der Film begann, flimmerte noch ein Bild über die große Leinwand. Kurz. Eine schwarze und eine weiße Hand. Der Händedruck symbolisierte übergroß Gemeinschaft. Dann wurde es dunkel.

Das Thema war: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Ein Jahr lang war in den 5. und 7. Klassen und in der Einführungsstufe nachgedacht und kritisch betrachtet worden, wie am Würselener Gymnasium nicht mit Ausländern oder mit Menschen mit Migrationshintergrund umgegangen wird. „Schule ohne Rassismuss – das ist eine Selbstverpflichtung der ganzen Schulgemeinde für die Gegenwart und die Zukufnt, sich auf den Weg zu begeben, sich mit lebendigen Projekten und Aktivitäten gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung zu wenden“, sagte Direktorin Lydia Becker-Jax mahnend.

Jetzt hängt das Schild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an ihrer Schule.

Die Aktion selbst ist 1988 in Belgien entstanden, schwappte dann zunächst in die Niederlande, nach Österreich, Spanien und nach Deutschland über. Wie rund 1500 andere Schulen in Deutschland ist jetzt auch das städtische Gymnasium in Würselen dabei.

„Als wir angefangen haben, bekundeten mehr als 70 Prozent der Lehrer und Schüler mit ihrer Unterschrift, gegen Diskriminierung vorgehen zu wollen“, sagte Nina Schillings von der Schülervertretung.

Nun ist das Label verliehen, es muss jedes Jahr erneuert werden. Die Gewinnerklasse 7 a darf in die Boulderhalle.

Lydia Becker-Jax‘ Worte gingen unter die Haut: „Wir können leider nicht behaupten, dass wir heute schon eine Schule sind, die ganz frei ist von jeglicher Art von Ausgrenzung, Vorurteilen, Mobbing oder vielleicht auch rassistischem Gedankengut – jedoch wollen wir uns gemeinsam aufmachen, aufmerksam zu sein, und diesen Bestrebungen aktiv entgegen zu wirken. Wir wollen Zivilcourage fördern und alle einen Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben leisten, in dem die Rechte aller geachtet werden.“ Der Grundstein ist gelegt.

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