AN App

Projekt „Engel der Kulturen“ ins Rollen gebracht

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
10156349.jpg
Das Kunstprojekt Engel der Kulturen vorgestellt: Gregor Merten (l.) und Carmen Dietrich (r.) mit Bürgermeister Arno Nelles. Foto: Sevenich

Würselen. Das Kunstprojekt „Engel der Kulturen“ ist gemeinsam mit den Künstlern Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid, die schon in vielen anderen Städten künstlerische Zeichen zum friedlichen Miteinander aller Menschen auf der einen Welt setzten, im Alten Rathaus in „Rollen“ gebracht worden.

Den Anstoß dazu hatten Pfarrerin Elisabeth Dorothea Alders und der vielfältig gesellschaftlich orientierte Jürgen Hohlfeld, beide Aktive des Arbeitskreises Asyl, gegeben. Mit dem Vorhaben, das Kunstprojekt auch in Würselen umsetzen zu wollen, stießen sie bei Bürgermeister Arno Nelles offene Türen ein. „Wir fühlen uns in dieser schönen Stadt geehrt“, begrüßte er die beiden Künstler und wünschte ihnen zum Wohle aller Würselener Bürger bei der Umsetzung des Projektes viel Erfolg.

Symbol für die europäische Idee

Bürgermeister Nelles erinnerte auf der Auftaktveranstaltung an die bösartigen Attacken von rechten Ultras gegen den im Spätsommer 2003 vom Rat „genehmigten“ Gebetsruf der Türkisch-Islamischen Gemeinde an der Schweilbacher Straße. Doch habe Pro NRW in Würselen keinen Fuß fassen können, weil sich alle in Würselen ansässigen Religionen, Parteien, Schulen und Vereine solidarisch mit ihm und dem gesamten Rat erklärt hätten.

„Wir sollten das Gemeinsame der unterschiedlichen Kulturen herausstellen“, mahnte Nelles. Als Beobachter der Geschichte stellte er fest, dass die Religionen immer dann ihre Blütezeit erlebt hätten, wenn sie in Frieden miteinander gelebt hätten. Durch das „Engel der Kulturen“-Projekt werde der Anstoß zur Verteidigung der bisherigen Errungenschaften in Würselen gegeben.

Nelles zitierte seinen Vorgänger im Amt, den heutigen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, der im Juni 2012 bei der Aktion in Brüssel feststellte: „Der Engel der Kulturen ist ein Symbol für die europäische Idee, wie es kein besseres geben könnte. Die Skulptur transportiert die Aussage von Respekt und Humanität...“ Besser kann man kaum darstellen, wie die Menschen trotz unterschiedlicher Religionen und kultureller Prägungen miteinander verbunden sind.

Bei der an vielen Orten eingesetzten Skulptur handelt es sich um einen Stahlhochkörper mit einem Durchmesser von 1,50 Meter. Sie soll in Würselen beim „Fest der Kulturen“ mit der Bevölkerung zu Glaubenseinrichtungen der verschiedenen Religionsgemeinschaften, Gedenkstätten, Schulen sowie anderen öffentlichen Einrichtungen und Plätzen „gerollt“ werden.

An dem jeweiligen Ort wird ein Sandabdruck erzeugt. Dabei entsteht ein Engel. Geziert wird die Skulptur durch Symbole der monotheistischen Religionen, den Stern für das Judentum, das Kreuz für das Christentum und den Halbmond für den Islam.

Der Künstler Gregor Merten führte zur Intention der Aktion aus: „In unserer globalisierten Welt ist ein friedliches und respektvolles Miteinander der Menschen bei aller Unterschiedlichkeit der Herkunft, Kultur und Weltanschauung Grundlage für eine lebenswerte Zukunft.“

Das Kunstprojekt „Engel der Kulturen“ befördere durch Aktionen im öffentlichen Raum die interkulturell/religiöse Begegnung und erweitere den von verschiedenen Gruppen der Gesellschaft durchgeführten Dialog um eine sinnlich erlebbare Komponente. Durch kollektives Handeln entstehe nach und nach eine „soziale“ Plastik, die durch die Verknüpfung verschiedenster Städte und Länder erkennbar werde.

Wichtig erscheint den beiden Künstlern und auch den beiden Initiatoren, dass in das Projekt möglichst viele Menschen eingebunden werden. Vor allem sollen in die Umsetzung junge Menschen, Schülerinnen und Schüler, einbezogen werden.

Mit dem Bild „Engel der Kulturen“ könne in vielfältig variierender Weise zur Vorbereitung der Teilnahme an der Aktion mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen der Themenkreis „Multikulturelles, multireligiöses Zusammenleben in gegenseitiger Toleranz, Achtung und Bereicherung“ fächerübergreifend erarbeitet werden.

Die Schüler können auch eigene künstlerische Umsetzungen des Zeichens erarbeiten und Beiträge (Musik, Theater, Wort) vorbereiten, die am Aktionstag, 14. November, präsentiert werden können. Dass sich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene in großer Zahl in das Projekt einbringen mögen, darauf hoffen die „Macher“.

Jürgen Hohlfeld regt an, vor den Sommerferien schon mal Überlegungen in den Kindergärten – auch sie bezieht er mit ein – und Schulen anzustellen, wie sie sich in den Aktionstag einbringen können. Nach den Ferien sollte dann die Feinabstimmung aller, die sich beteiligen möchten, erfolgen.

Weitere Informationen gibt es bei Pfarrerin Alders, Endstraße 19a, Telefon 02405/489575, und bei Jürgen Hohlfeld, Lümeth 14, Telefon 02405/92664, und unter der Emailadresse hohlfeld240541@aol.com.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.