Würselen will Städtepartnerschaft mit Ruichang

Von: Georg Pinzek
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Würselen. Der Würselener Stadtrat hat mehrheitlich für die Gründung einer Städtepartnerschaft mit Ruichang in China ausgesprochen - gegen fünf Stimmen und einer Enthaltung auf Seiten der UWG.

Ruichang ist eine kreisfreie Stadt in der südchinesischen Provinz Jiangxi. Sie hat eine Fläche von 1423 Quadratkilometer und 430.000 Einwohner.

Auf der Zuhörerempore verfolgten auch der Vize-Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft Würselen-Ruichang, Dr. Zhen Xu, und Geschäftsführer Friedel Beckers den positiven Bescheid ihres Antrags.

Der Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft, Werner Breuer, ließ sich die frohe Kunde telefonisch übermitteln. Der ehemalige Bürgermeister und Pensionär ist mit dem Rad am Niederrhein unterwegs. „Sehr glücklich bin ich über die Entscheidung”, betonte er auf Anfrage unserer Zeitung. Breuer zählt nicht nur zu den treibenden Kräften der Partnerschaft, sondern er ist quasi der „geistige Vater” der sich anbahnenden Städteehe.

Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die Würselenerin Luise Dunker, die sich seit vielen Jahren um chinesische Studenten in Aachen kümmert, knüpfte Breuer 2006 Kontakt zu Chinesen, die in der Region leben, so auch zu Dr. Zhen Xu, der aus Ruichang stammt. Breuer besuchte auf Einladung von Bürgermeister Xiaoping Gu 2008 Ruichang.

„Dort bin ich sehr interessanten und sehr herzlichen Menschen begegnet. Der Bürgermeister war mir gleich sympathisch. Wir haben Brüderschaft getrunken und sind in Kontakt geblieben”, erinnert sich Breuer an die Anfänge. Bereits bei diesem Besuch wurden Überlegungen angestellt, eine Städtepartnerschaft zu gründen. Auf Breuers Initiative wurde im Juni 2010 die Freundschaftsgesellschaft gegründet, die Stadt Würselen trat per Ratsbeschluss im Juli bei. Zwei Monate später reisten Bürgermeister Arno Nelles und Werner Breuer mit einer kleinen Delegation nach China.

Eine siebenköpfige Gruppe aus Ruichang mit Bürgermeister Xiaoping Gu an der Spitze und der benachbarten Stadt Jiujiang waren im Januar 2011 zum Gegenbesuch in Würselen. Dabei wurde von den Chinesen der Wunsch nach einer Partnerschaft bekräftigt. Im März bewilligte die zuständige chinesische Behörde (The Chinese Peoples Association for Friendschip with Foreign Countries) den Aufbau einer Städtepartnerschaft mit der Auflage, dass der Vertrag innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein soll. Vor wenigen Tagen besuchten 14 Schüler und vier Lehrer der Mittelschule Nr. 1 aus Ruichang das Heilig-Geist-Gymnasium. Die Chinesen waren bei Familien von HGG-Schülern untergebracht. Breuer: „Da sind private freundschaftliche Kontakte geknüpft worden. E-Mail-Adressen wurden ausgetauscht. Die Jugend will in Verbindung bleiben. Und das ist genau das, was die Städtepartnerschaft bewirken soll. Erst dann darf man doch über Probleme wie die Frage der Menschenrechte sprechen - und nicht im Vorfeld alles kaputtreden. Sollte außerdem unser Wirtschaftsstandort Würselen von den Kontakten nach China profitieren, wäre das natürlich auch eine gute Sache.”

Bürgermeister Arno Nelles, der selbst dem Vorstand der Freundschaftsgesellschaft angehört, freute sich über die Entscheidung des Rates: „Ich bin mir sicher, dass dieser spannende und dynamische Prozess auf einem guten Weg ist.” Bereits in der kommenden Woche werde der Vorstand der Freundschaftsgesellschaft über das weitere Vorgehen zur Besiegelung der Städtepartnerschaft beraten.

Würselen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Morlaix (Frankreich/Bretagne), Hildburghausen (Thüringen), Réo (Burkina Faso), Campagnatico (Italien/Toskana).

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