Würselen setzt auf weiteres Gewerbegebiet

Von: Georg Pinzek
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Freie Flächen im Gewerbegebiet Aachener Kreuz gibt es zwar noch einige: Manche sind aber im Privatbesitz. Leerstehende Büro- und Lagerflächen passen oft nicht zu den Ansprüchen der Interessenten. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Die landwirtschaftlichen Flächen am Aachener Kreuz sind schon weitgehend abgeerntet. Der Deutsche Bauernverband rechnet aber angesichts der diesjährigen Wetterkapriolen nicht mit einer Spitzenernte. Da werden die Äcker in einem der prominentesten Gewerbegebiete in der Region wohl keine Ausnahme machen.

Getreidefelder und Kuhweiden gehören seit jeher auch zu diesem Teil des Würselener Stadtbilds. Wenigstens werden die meisten Freiflächen landwirtschaftlich intensiv genutzt. Aber wenn doch weite Flächen für Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie noch zu haben sind und überdies in so manchen Immobilen unbelegte Büro- und Lagerflächen plakativ feilgeboten werden, warum soll dann quasi ein Steinwurf weiter jenseits der A 44 mit Merzbürck einem weiteren Gewerbegebiet in Würselen der Boden bereitet werden?

„Uns gehen die Gewerbeflächen aus“, erklärt Bürgermeister Arno Nelles auf Anfrage dieser Zeitung. „Am Aachener Kreuz haben wir nur noch Restflächen, über die wir verfügen können. Einige Grundstücke, die nicht bebaut sind, befinden sich in privater Hand“, weiß Nelles, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) ist.

80 bis 140 Euro

Vorhandene Gewerbeimmobilien passten oft nicht zu den Anforderungen der Interessenten, so der Erfahrungswert. „Bei der Wirtschaftsförderung müssen wir aber schnell und flexibel auf Anfragen reagieren können. Ein neues Gewerbegebiet braucht planungsrechtlich einen jahrelangen Vorlauf. Unternehmen, die einen neuen Standort suchen und investieren wollen, sind nicht bereit lange zu warten.

Daher werden wir die aktuelle Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets Merzbrück, das durch die neue Kreisstraße 34 zur Verbindung mit den Gewerbegebieten Aachener Kreuz und Weiweg erschlossen wurde, mit Nachdruck voranbringen“, versichert der Bürgermeister. Aktuell gibt es in der Stadt Würselen rund 12 Hektar verfügbare Gewerbefläche, die zu Preisen von 80 bis 140 Euro pro Quadratmeter zu haben sind. Rund 8,5 Hektar davon kann die SEW anbieten. „Wobei wir aktuell Verhandlungen führen, einen weiteren Teil davon für neue Ansiedlungen zu verkaufen“, bestätigt SEW-Geschäftsführer Manfred Zitzen.

Richtig und wichtig

Zwei der großen Flächen an der Kreuzung Willy-Brandt-Ring/Schumanstraße/Jens-Otto-Krag-Straße seien in Privatbesitz, leider habe die SEW sie nicht erwerben können, berichtet Manfred Zitzen. Er ist ebenfalls von der Richtigkeit und Wichtigkeit des Projekts „Merzbrück“ überzeugt.

„Das Gewerbegebiet Aachener Kreuz ist mit dem Standort Merzbrück nicht zu vergleichen. Die Gebiete haben eine völlig unterschiedliche Qualität und Geschichte“, erklärt Till von Hoegen. Der Technische Beigeordnete informiert: „Am Aachener Kreuz sind die bestehenden Flächen mit planungsrechtlichen Auflagen versehen. In den vergangenen zwei Jahren haben sich dort einige neue Firmen angesiedelt und lange leerstehende Immobilien wurden neu genutzt. Auch die Restflächen werden in absehbarer Zeit ihre Nutzung finden“, ist der Beigeordnete zuversichtlich.

„Mit Merzbrück werden wir ein Gewerbegebiet schaffen, das mit seiner Spitzenlage in der Region einmalig ist. Die Verkehrsanbindung mit Kreis-, Land- und Bundesstraße sowie Autobahn ist optimal. Bahnanschluss und Flugplatz spielen da eher eine untergeordnete Rolle. Aber nicht nur Logistiker finden die Lage absolut klasse“, sagt von Hoegen.

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