Würselen: Die Reste der Synagoge bleiben Blickfänge

Von: Georg Pinzek
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Ein bedeutendes Projekt in der
Ein bedeutendes Projekt in der Würselener Innenstadt: Am Lindenplatz entsteht der neue Komplex „Altenrerechtes Wohnen”. Mauerreste der einstigen Synagoge sollen der Nachwelt erhalten bleiben.

Würselen. Das Team vom Bau ist in diesen frostigen Zeiten wahrlich nicht zu beneiden. Aber auch Bauherren haben bisweilen einen schwierigen Job, den erledigen in diesem Fall die Verantwortlichen der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW).

An prominenter Stelle wird am Lindenplatz 3 zur Zeit das Projekt „Altengerechtes Wohnen” realisiert. Prominent nicht nur, weil sich das Stadtbild an zentralem Blickpunkt (sehr zum Vorteil!) verändert. Prominent eben auch deshalb, weil dort Reste der 1875 gebauten und bis 1925 genutzten Synagoge der Nachwelt augenfällig erhalten werden sollen.

Doch das unstrittig wichtige und richtige Unterfangen, die Erinnerung an diese Spuren des jüdischen Lebens wachzuhalten, gestaltete sich anders als ursprünglich geplant. Die völlig marode Bausubstanz machte den Planern, beide Giebelwände vollständig zu erhalten, in den Neubau zu integrieren und architektonisch in Szene zu setzten, teilweise einen Strich durch die Rechnung. Denn etwa ein Drittel des Mauerwerks der linken Giebelwand (aus Richtung Lindenplatz gesehen) brach trotz umfangreicher Sicherungsmaßnahmen zusammen.

SEW-Geschäftsführer Manfred Zitzen und SEW-Prokurist und Projektbetreuer Jürgen Wangerin erläuterten, „dass im laufenden Verfahren sowohl der Landeskonservator als auch der Arbeitskreis ,Kein Vergessen eng eingebunden waren.” Zitzen und Wangerin betonen unisono: „Wir sind schließlich zu dem Ergebnis gekommen, dass eine maßvolle Umplanung sinnvoll ist.” Den erheblichen Aufwand in der Folge belegen nun die aktuellen Pläne, basierend auf neue Berechnungen von Statikern und Prüfstatikern.

Auf ein Treppenhaus von ursprünglich drei geplanten für das ganze Projekt wird verzichtet. Die freiwerdende zusätzliche Fläche wird im Erdgeschoss von die Tagespflege genutzt, im ersten Obergeschoss teils der Wohnfläche zugeschlagen - ein Luftschacht lässt den Blick frei für einen Bogen des Giebels - und wird im zweiten Obergeschoss komplett als Wohnfläche deklariert werden.

Die rechte Giebelwand wird - wie zuvor geplant - sowohl von außen als auch im Treppenhaus für Passanten und Besucher sichtbar bleiben.

18 seniorengerechte Wohnungen werden insgesamt gebaut. Weitervermietet werden sie vom Senioren- und Pflegezentrum St. Antonius, das auch die Tagespflege betreibt. Geschäftsführer Joachim Classen bestätigt: „Wir haben sehr viel Nachfragen. Das Interesse an dem Standort ist sehr groß.” Durch den Raumgewinn in Folge der Umplanung profitiere besonders die Tagespflege. Das Angebot werde um zwei weitere Plätze auf 14 aufgestockt, kündigte Classen an.

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