Würselen - Würselen baut das Kita-Angebot aus

Würselen baut das Kita-Angebot aus

Von: ehg
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Wachsende Nachfrage: Plätze für Kinder unter drei Jahren sollen bald in unterschiedlichen Kitas angeboten werden. Foto: ddp

Würselen. Grünes Licht hat der Jugendhilfeausschuss zur Einrichtung von Kindergartenplätzen für Kinder unter drei Jahren (U-3-Plätze) gegeben. Ihr Angebot wird jährlich von zunächst 20 auf 35 Prozent bis zum Jahr 2013 erweitert.

Der Ausbau von integrativen Plätzen ist für das Kindergartenjahr 2012/2013 eingeplant. Der Rat muss nun die mit der Umsetzung der Maßnahmen verbundenen zusätzlichen Betriebskosten in Höhe von bis zu 769.000 Euro jährlich zuzüglich der Folgekosten der Investitionen in den einzelnen Haushaltsjahren bereitstellen.

Ermächtigt wurde die Verwaltung durch den Ausschuss, die Realisierung der Investitionsmaßnahme für den Kindergarten Lessingstraße mit 102.000 Euro im Haushaltsjahr 2009 vorzusehen und diese aus Eigenmitteln 2009 zu finanzieren.

Eigenmittel sind „Sorgenkind”

CDU-Sprecher Hans Burchatzki erschien es wichtig, „dass wir rechtzeitig in die Förderung kommen”. Gedanken müsse man sich machen, wie die erforderlichen Eigenmittel angesichts der miesen Haushaltslage der Stadt aufzubringen seien. Dass in spätestens einem Jahr U-3-Plätze in allen Bezirken der Stadt angeboten werden können, nahm er freudig zur Kenntnis. Nicht glücklich war er mit der Situation, wie sie sich in Linden-Neusen darstellt.

Dazu Herbert Zierden vom Jugendamt: „Wir können dort erst 2011/2012 einsteigen, weil Rechtsansprüche für über dreijährige Kinder sicher gestellt werden müssen.” Er hofft, dass Kapazitäten durch frühere Einschulung frei werden. Zierden bedankte sich bei den Freien Trägern für die bei der nicht einfachen Planung gezeigten Kooperationsbereitschaft: „In vielen Bereichen haben wir einen Konsens gefunden.” Änderungsvorschläge seien aufgegriffen und in die Konzeption eingeflossen.

Von Jahr zu Jahr müssten die Angebote dem Bedarf in den einzelnen Bezirken angepasst werden. Die baulichen Konsequenzen, die sich aus dem vorgegebenen Rechtsanspruch von bis zu 35 Prozent ergeben, seien aber noch nicht erfasst worden, informierte Zierden. Kritik am System übte SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix offen: „Wir können nicht hinnehmen, dass immer noch mehr Kosten den Kommunen von Land und Bund aufs Auge gedrückt werden, so dass wir für freiwillige Aufgaben keine Mittel mehr haben.”

Eine Protestnote zu formulieren, warf der Bündnisgrüne Jürgen Hohlfeld in die Diskussion ein. Wenig Sinn darin sah CDU-Sprecher Burchatzki: „Wir müssen auf unsere Abgeordneten im Land und im Bund einwirken, dass wir die aufgebürdeten Lasten nicht mehr bewältigen können.” Der sachkundige Bürger Christian Hohmann sah die Existenz der kleinen Kindergärten - vor allem der Einrichtung von St. Peter und Paul - gefährdet, wenn dort keine U-3-Plätze eingerichtet werden. „Wir müssen auch die kleineren Einrichtungen ins Boot holen, sonst fallen sie künftig über Bord”, mahnte er.

„Wenn wir Plätze im Überfluss hätten, wäre ihre Sorge berechtigt”, bemühte sich Zierden, Hohmanns Sorgen zu zerstreuen. Da Investitionen gebündelt werden müssten, wo sie derzeit gebraucht würden, habe diese Einrichtung keine Berücksichtigung finden können. Denn es müssten erhebliche Investitionen am Familienzentrum Heidegarten getätigt werden. Die Einrichtung von St. Marien habe - so das Jugendamt - auf eigenem Wunsch auf die Schaffung von U-3-Kindergartenplätzen verzichtet.

Einstimmiger Beschluss

Die Zukunft der Einrichtungen im Auge zu behalten und nicht nur die finanziellen Probleme zu diskutierten, dazu hielt Peter Havers (CDU) den Ausschuss, aber auch das Jugendamt an. Die Vorsitzende Eva-Maria Voigt-Küppers wünschte sich, alle Träger zu beteiligen, um die Kindergartenlandschaft in ihrer Vielfalt zu sichern. Durch einen einstimmigen Beschluss gab der Ausschuss den Startschuss.
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