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Wort Gottes in Gemeinde geholt

Von: ath
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Im Gottesdienst stellen einige, der Gemeindemitglieder, die mitgeschrieben haben, Auszüge aus ihren Texten vor. In einer Beamer-Präsentation sind ausgewählte Seiten zu sehen.

Herzogenrath. Irgendwie, so gesteht Gerlinde Lohmann, fehlen ihr die blauen Mappen und die sonntäglichen Besuche in der Sakristei. Drei Jahre lang hat sie sich jeden Sonntag vor dem Gottesdienst mit Pfarrer Michael Datené abgestimmt und den Text des jeweiligen Sonntagsevangeliums - in besagter blauer Mappe inklusive Papier und Schreibzeug - an ein Gemeindemitglied weitergegeben zum Abschreiben.

Nach und nach ist so in St. Barbara in Pannesheide eine handschriftliche Kopie aller drei Lesejahre des Evangeliums entstanden. Für Gerlinde Lohmann, die sich mit Astrid Masur und Marlene Hollands um das Organisatorische gekümmert hat, wie auch für alle Mitschreiber ist dies ein Grund, stolz zu sein, aber eben auch ein Grund zur Wehmut.

Über eine lange Zeit haben sie das Projekt Woche für Woche begleitet und es wachsen sehen. „Am Anfang haben wir gedacht, wir müssten die meisten Texte selbst schreiben, doch die Begeisterung ist stetig gewachsen. Am Ende mussten wir sogar beschränken, dass jeder nur einmal dran kam”, erinnert Gerlinde Lohmann sich. Das Projekt war zur Herzensangelegenheit der Pannesheider Gemeinde geworden.

Über 100 Mitglieder haben zum Stift gegriffen und einen mal kürzeren, mal längeren Evangelientext abgeschrieben und mit Schmuckrahmen und Zeichnungen liebevoll illustriert. Über den Erfolg freut sich vor allem Pfarrer und Inintiator Michael Datené. Er wollte das Evangelium lebendig werden lassen, Gottes Wort zu einem Teil des Alltags seiner Gemeinde machen. „Alle haben mitgemacht, Alte und Junge, Familien und Alleinstehende. Daraus ist eine wunderbare Vielfalt entstanden, aus verschiedenen Schriftbildern und Menschen in der Gemeinde”, freut er sich. Die Gemeinde sei durch das Projekt enger zusammengerückt.

„Mein Eindruck ist, dass wir jetzt mit neuen Ohren auf das Evangelium hören, es ganz neu in unserer Mitte entdeckt haben”, erklärt er zufrieden. Der Projektabschluss ist mit einem Familiengottesdienst gefeiert worden, in dem die beiden letzten Bände des Familienevangeliars präsentiert wurden. Wie das ist, mit dem neuen Ohr, durfte die Gemeinde dann auch gleich unter Beweis stellen. Jeder hatte einen Zettel mit einem Satz aus dem Evangelium bekommen und sollte aufstehen, sobald dieser verlesen wurde. Nach und nach erhoben sich die Gottesdienstbesucher und holten die Worte der Bibel so hinunter vom Altar in die Gemeinde.

„Gottes Wort hat auch 2000 Jahre später nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Mit dem Evangeliar haben wir es in unsere Zeit hineingeschrieben”, bedankte sich Pfarrer Daten bei allen, die mitgewirkt haben. Das Pannesheider Familien-Evangeliar umfasst sechs dicke Bücher, die Buchbinderin Thea Rong in Leder gebunden hat. „Bei all der Mühe, die die Gemeinde sich gemacht hat, musste es Leder sein”, sagt sie. Das sei edel, aber auch stabil genug für den Gebrauch. Denn das Familien-Evangeliar soll nicht etwa an einem Ehrenplatz in der Kirche aufgestellt, sondern in den Gottesdiensten verwendet werden und auch für jedermann einsehbar sein. Für Thea Rong, die sich nun zur Ruhe gesetzt hat, war es ein würdiger Abschluss ihrer beruflichen Arbeit: „Die Gemeinde über die lange Zeit zu begleiten und zu sehen, wie die Bücher wachsen, hat viel Freude gemacht.”
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