Wohnheim soll Bauhofbrache füllen

Von: Holger Bubel
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Noch ist es nur eine Wiesenfläche: Doch schon in eineinhalb Jahren könnten hier an der Luisenstraße 24 Bewohner in ein Alexianer-Heim einziehen. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Seit über einem Jahrzehnt liegt die Fläche an der Luisenstraße in Schaufenberg, auf der einst der Bauhof beheimatet war, schon brach. Zu unattraktiv als Wohnbaufläche, wie es der Bebauungsplan 242 von 2004 eigentlich vorsah, ist das rund 3500 Quadratmeter große Terrain.

Das Interesse, ein schmuckes Eigenheim an der viel befahrenen Luisenstraße zu bauen, war bei potenziellen Häuslebauern wohl nicht zu wecken. Jetzt hat der Stadtentwicklungsausschuss eine Änderung des Bebauungsplans 242 gebilligt, um den Verkauf des Grundstücks, das sich im Besitz der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) befindet, zu forcieren. Und: „Es gibt einen Interessenten – Voraussetzung waren diese Änderungen“, sagt Erster Beigeordneter Ralf Kahlen. Bei dem Interessenten handelt es sich um die Alexianer Aachen GmbH. Diese beabsichtigt, auf dem Grundstück ein Wohnheim für geistig behinderte Erwachsene zu errichten.

Änderungen gebilligt

Dieses Vorhaben lässt sich für den Investor aber nur dann sinnvoll realisieren, wenn das Gebäude zur Straße „Am Kreuzberg“ ausgerichtet wird und damit von der Festsetzung des Bebauungsplanes 242 bezüglich Baugrenzen und Baulinien abweicht. Mit dem jüngsten Beschluss ist dieser Hemmschuh ausgeräumt, diese und weitere Abweichungen wurden durchgewinkt. Das notwendig gewordene Schallschutzgutachten ist bereits erstellt, wie GSG-Geschäftsführer Dieter Sandlöbes bestätigt. „Mit der Änderung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren wollen wir der Alexianer Aachen GmbH signalisieren, dass wir an deren Investition in ein Wohnheim für geistig Behinderte interessiert sind“, sagt Ralf Kahlen. Die Stadt unterstütze mit der Änderung des Bebauungsplans die Alexianer GmbH in ihren Bemühungen um Fördermittel verschiedener Kostenträger, etwa des Landschaftsverbands.

Profitieren – und zwar nicht nur durch den Verkaufserlös eines (Teil-)Grundstücks von etwa 1700 Quadratmetern für das Wohnheim – werde auch das Stadtbild, sagt Kahlen: „Durch das Schließen der Baulücke würde sich ein geschlossenes und städtebaulich attraktives Bild entlang der Luisenstraße, eine der Hauptzufahrten Richtung Innenstadt, ergeben.“

Tatsächlich könnte in wenigen Wochen Konkretes in Sachen Bebauung und Förderung vorgelegt werden, bestätigt Alexianer-Wohnbereichsdirektor Jürgen Amberg: „Unser Sozialkonzept sieht eine dezentrale Struktur in der Betreuung geistig behinderter Erwachsener vor“, sagt er. Das bedeutet, die gehandicapten Menschen in die Gesellschaft hineinzuholen, anstatt sie am Rande anzusiedeln. „Unser derzeitiges ‚Haus Martin‘ in Aachen liegt vom sozialen Umfeld her betrachtet ungünstig. In Alsdorf sehen wir einen deutlich besseren Standort, zumal wir uns auch in der Städteregion in die Breite bewegen wollen.“ Außerdem liegt bei Realisierung des Bauvorhabens an der Luisenstraße das Wohnheim nahe der Behindertenwerkstatt an der Ernst-Abbé-Straße und dem Alexianer-Tagesangebot an der Otto-Wels-Straße. Der neue Gebäudekomplex würde 24 Frauen und Männern eine Heimstätte bieten. Sie und die Stammbelegschaft der Betreuungskräfte von „Haus Martin“ würden nach Alsdorf ziehen. Das Wohnheim in Aachen soll zur Betreuung Suchtkranker umfunktioniert werden. „Wenn alles planmäßig läuft, könnte das neue Haus in eineinhalb Jahren bezugsfähig sein“, hofft Amberg auf die Eröffnung des noch namenlosen Heims in 2014.

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