Windräder: Streit zwischen den Städten

Von: Verena Müller
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Aufteilungsprobleme (von Alsdorf aus gesehen): Baesweiler will seine fünf Windräder austauschen und neu platzieren, Alsdorf zwei ergänzende errichten. Dabei könnten sich die Kommunen aber in die Quere kommen. Alsdorf erwartet nun von Baesweiler ein Einlenken. Foto: Verena Müller

Alsdorf/Baesweiler. Die Stadt Baesweiler hat offenbar die Stadt Alsdorf mit ihren Plänen, neue Windräder an der Stadtgrenze zu errichten, brüskiert. Um genau zu sein: fünf alte durch fünf neue in derselben Zone zu ersetzen.

Dass Windräder an den Randgebieten errichtet werden, ist an sich nichts Ungewöhnliches – und sogar Usus. Alsdorf rückt selbst mit seinen Anlagen an das Baesweiler Gebiet heran, hat aber laut eigenen Angaben auf die Nachbarstadt Rücksicht genommen, als es darum ging, weitere Windräder zu bauen, und erwartet nun im Gegenzug ein Einlenken.

Vor allem ein Standort ist den Alsdorfern ein Dorn im Auge. Das Bauamt hat deshalb in einem offiziellen Schreiben seine Nachbarstadt darauf verwiesen, bereits im Vorfeld Anregungen und Bedenken gegen den Bebauungsplan Nr. 103 (Vorrangzone Baesweiler West) vorgebracht zu haben, und formuliert nun die „dringende Anregung“, den Standort für die Anlange BaesR04 zu überdenken. Er möge „nördlich der L240“ angeordnet werden, um die „weitere Entwicklung auf dem ohnehin räumlich eingeschränkten Alsdorfer Stadtgebiet nicht zu beeinträchtigen“.

Außerdem bittet das Bauamt darum, die Windräder so zu planen, dass die Immissionsschutzwerte und die Orientierungswerte für den Schattenwurf eingehalten werden.

Dieses Schreiben ging auch der Politik als Vorlage zum jüngsten Stadtentwicklungsausschuss zu und wurde von diesem dem Anschein nach wohlwollend zu Kenntnis genommen. Eine Diskussion darüber gab es nämlich nicht. Selbst die Grünen, die normalerweise so gut wie bei jedem Punkt ihre Bedenken formulieren, blieben stumm.

Eine Nachfrage bei Fraktionsmitglied Hartmut Malecha ergab allerdings, dass er das Schreiben durchaus kritisch sieht. Man müsse den Baesweilern den Bau der Windräder zugestehen, findet er, „zumal ja eh für jedes einzelne Windrad eine Überprüfung stattfindet“. Pauschal ablehnen dürfe man den Bau nicht, vor allem, wenn man bedenke, wie wenig ausgewiesene Flächen überhaupt in Frage kämen.

Wie die Bauamtsleiterin, Renate Schaal, als Verfasserin des Schreibens aber betont, könnte ein Zugeständnis vonseiten ihrer Kommune bedeuten, dass diese statt zwei weiterer Windräder nur eine neue Anlage in unmittelbarer Nähe zur Vorrangzone Baesweiler West bauen kann.

Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens sind diese Bedenken und auch das Schreiben bekannt. „Man versucht immer, von der eigenen Wohnbebauung weg zu bauen“, sagt er, das gelte nicht nur für Alsdorf und Baesweiler, sondern auch etwa für den Nachbarn auf der anderen Seite: Übach-Palenberg.

Wie Linkens erläutert, habe man zunächst auch einen Standort jenseits der L240 ins Auge gefasst. So, wie es die Stadt Alsdorf vorschlägt. „Die Bezirksregierung hat uns aber aus Naturschutz- und Landschaftsschutzgründen auf die andere Fläche verwiesen.“

Die Konzentrationszone sei schon im Flächennutzungsplan beschlossen und von der Bezirksregierung genehmigt. „Jetzt geht es um die konkreten Standorte“, die nicht mit den aktuellen übereinstimmen (müssen). „Das hier diskutierte Windrad ist 80 Meter von der Stadtgrenze Alsdorf entfernt, die beiden Alsdorfer Windräder weisen denselben Abstand von der Stadtgrenze Baesweiler auf“, gibt er zu bedenken.

Und: Ganz geringfügige Überschreitungen der Immissionsrichtlinien könne man mit einem Abschalten der Anlagen bei starkem Wind begegnen.

Und wie geht es nun weiter? „Im November steht das Thema auf der Agenda des Bauausschusses“, sagt Linkens unserer Zeitung. „Wir beziehen die Stellungnahme mit ein und müssen dann abwägen.“

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