Wie werden die Genossen mit ihrer Macht umgehen?

Von: Karl Stüber
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Gute Worte: Der mit einem grandiosen Wahlsieg wiedergewählte Bürgermeister Alfred Sonders (SPD, l.) tröstete am Wahlabend Dietmar Brühl, dessen Freie Wähler nur einen Sitz im Rat errangen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. „Die Bürger haben sehr genau hingeguckt und haben denjenigen den Rücken gestärkt, die konsequente Politik für Alsdorf gemacht haben. Und sie haben die Kräfte bestraft, die ein hohes Risiko eingegangen sind.

Bürgermeister Alfred Sonders zeigte sich am Tag nach der Kommunalwahl „sehr glücklich über das grandiose Ergebnis“.

Bei der eigenen Wahl fuhr er satte 72,42 Prozent ein, bei Verteilung der Ratsmandate steigerte sich seine SPD von 16 auf 20. Damit haben die Genossen die absolute Mehrheit und brauchen keine Mehrheitsbeschaffer bzw. Kooperationen mehr. Dennoch will Sonders – und setzt hierbei auf seine SPD-Fraktion – die Opposition weiter intensiv informieren und möglichst auch für von vielen getragene Ratsentscheidungen gewinnen. Große Projekte stünden in der nächsten Zeit an.

Fußend auf dem studentischen Ideenwettbewerb gelte es, die Innenstadt neu zu gestalten. „Investoren stehen schon bereit“, sagt Sonders und setzt darauf, dass mit Blick auf die stabile Mehrheit und weiterhin zuverlässige Politik weitere hinzukommen.

Der unterlegene Bürgermeisterkandidat Franz Brandt, dessen CDU auf immerhin noch neun Ratsmandate kam, konnte sich mit dem wackeren Ergebnis – gemessen am Abschneiden anderer – natürlich nicht zufrieden geben. Wird die CDU als stärkste Oppositionskraft hier eine Führungsrolle übernehmen? „Wir müssen uns jetzt erst neu formieren und das weitere Vorgehen besprechen“, wollte sich Brandt nicht auf eine spezielle Taktik festlegen.

Horst-Dieter Heidenreich, dessen Grüne Fraktion ihre drei Sitze behauptete, sagte: „Es ist genau das eingetreten, was ich im Wahlkampf befürchtet habe: Alfred Sonders, dem ich zu seinem hervorragenden Wahlergebnis gratuliere, gewinnt die Bürgermeisterwahl klar und zieht die SPD über 50 Prozent. Nun haben wir wieder Verhältnisse wie in den 1980er Jahren! Eine absolute Mehrheit ist nie gut für die Demokratie. Ich hoffe aber, dass es nicht wieder zu dem gnadenlosen ‚Durchregieren‘ wie damals kommt.“ Positiv zu vermerken sei, dass die Grünen wieder klar und mit Abstand dritte Kraft im Rat sind. „Wir stellen uns nun auf sechs Jahre kritisch-konstruktive Oppositionsarbeit ein.“ Um die effektiver zu gestalten, will Heidenreich mit der CDU sprechen, natürlich auch mit der SPD.

Der Frontmann der Alsdorfer Bürger Union (ABU), Bernd Mortimer, ist fortan Einzelkämpfer. Mit Auszählung der Broicher Siedlung gegen Mitternacht hatte die ABU einen zweiten Sitz an die SPD verloren. „Sonders hat die SPD mitgerissen. Da war nichts zu machen“, resümierte er. Nun will die ABU die Möglichkeit einer Fraktionsgemeinschaft mit anderen Einzelkämpfern ausloten. „Geborener“ Anwärter dafür müsste der letzte Liberale im Rat, Heinrich Liska, sein. Der machte das Image und das Auftreten der FDP auf Bundesebene mitverantwortlich für das Debakel in Alsdorf: „Wir haben unser Möglichstes getan, aber die anderen haben sich besser verkauft.“

Frustriert wirkte Dietmar Brühl von den Freien Wähler Alsdorf (FWA) – auch er nur noch allein im Rat. Wir machen doch so viel für die Bürger, kommen aber nicht richtig rüber.“ Brühl will nun innerhalb der Opposition nach Kooperationsmöglichkeiten suchen.

Unverdrossen geht Oliver Schmidt-Schwan, „der letzte Mohikaner“ der Partei Die Linke, an die Arbeit heran: „Wir wollen so viel wie möglich soziale Politik in Alsdorf betreiben.“

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