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Wie Senioren vom Bürgerhaushalt profitieren können

Von: tv
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Sehen den Bürgerhaushalt als
Sehen den Bürgerhaushalt als Chance, sich auf die Belange der älteren Generationen besser einzustellen: Jakob Engels (l.) und Helmut Königs. Foto: T. Vogel

Herzogenrath. Schon rund 100 Bürger haben sich auf www.roda-rechnet.de registriert und sorgen für regen Betrieb. 70 Vorschläge zum Bürgerhaushalt, die bisher 640-mal bewertet wurden, sprechen eine deutliche Sprache: die Möglichkeit, an der finanziellen Zukunft der Roda-Stadt mitzuwirken, trifft auf Zustimmung.

Noch bis zum 20. Dezember kann jeder Bürger seine Ideen auf der Internetseite, per Post oder bei den stadtteilbezogenen Bürgerforen einreichen. Das erste Bürgerforum im Nell-Breuning-Haus wird am Donnerstag um 19 Uhr starten.

Ganz nebenbei kann sich die Beteiligung auch noch lohnen. Die drei effektivsten Vorschläge werden mit Geldpreisen zwischen 1500 und 500 Euro bedacht. Außerdem werden unter allen eingebrachten Ideen 30 Sachpreise verlost, von der Zehnerkarte für ein Schwimmbad bis zu Eintrittskarten für städtische Veranstaltungen. An der Diskussion der Vorschläge, die auf http://www.roda-rechnet.de bereits gepostet wurden, können sich alle registrierten Nutzer beteiligen. Inhaltlich sind sie breitgefächert, reichen von der Schaffung von Hundewiesen über eine Erhöhung der Eintrittspreise für Schwimmbäder bis zur Revision der städtischen IT.

Mobilität und Wohnen

Welche Ideen und Maßnahmen es aus Sicht der älteren Bevölkerungsschichten in Herzogenrath wert sind, beraten zu werden, wissen Helmut Königs und Jakob Engels. Königs, 69, ist Vorsitzender des Seniorenbeirats. Auch der 83-jährige Engels war lange Zeit Vorsitzender des Seniorenbeirats und ist zudem Mitbegründer der Roda-Senioren. Von der Umsetzung des Projekts Bürgerhaushalt sind beide überzeugt. „Die Idee kann man nur gut finden, damit die Bürger eine Vorstellung davon bekommen, wie sich ein städtischer Haushalt aufbaut”, meint Königs. Dass die Eingaben der Bevölkerung von den gewählten Vertretern ernstgenommen und beraten würden, stärke das demokratische Moment.

Engels: „Die Menschen fühlen sich gehört und akzeptiert.” Die beiden wissen: Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte, die ältere Menschen betreffen, gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Die Bevölkerung wird im Schnitt immer älter und darauf müssen sich die Kommunen einstellen. Vorschläge zum Bürgerhaushalt können dabei hilfreich sein. Die Themen Wohnen und Mobilität sind in dieser Hinsicht große Herausforderungen.

Denkbar wäre, so Königs, dass die Stadt im Rahmen eines Vorschlags zum Bürgerhaushalt beschließt, den ÖPNV auf seine Altersgerechtigkeit hin zu überprüfen und zu optimieren. „Zudem ist es sehr teuer, Menschen in Alten- oder Pflegeheimen unterzubringen. Indem dafür gesorgt wird, dass Senioren ihren Lebensabend möglichst in der eigenen Wohnung verbringen können, kann also Geld gespart werden”, führt Engels aus. Dies bedürfe der Information: welche Möglichkeiten für altersgerechtes, barrierefreies Wohnen gibt es, welche Umbauten sind nötig, welche Förderungen können beantragt werden, wie sieht es mit häuslicher Pflege aus? Für entsprechende Informationskanäle sollte die Stadt sorgen, finden Königs und Engels.

Ihr Fazit: Der Bürgerhaushalt verdeutliche den Menschen, dass im Haushalt einer Stadt nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. In der Sensibilisierung der Bevölkerung, zu der das Projekt beitrage, liege großes Potenzial. Nicht nur was ein Plus an Lebensqualität in der Gemeinschaft angehe. Auch Einsparungen und Mehreinnahmen können so erzielt werden und zur Konsolidierung des Haushalts beitragen. Und genau das - den eigenen Enkeln keinen großen Berg an Schulden zu hinterlassen - ist ein großes Anliegen der Senioren. Da sind sich Königs und Engels einig.

Die Bürgerforen zum Bürgerhaushalt:

Donnerstag, 8. Dezember um 19 Uhr im Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 17.

Mittwoch, 14. Dezember, 18 Uhr, im Bürgerhaus Kohlscheid, Oststraße.

Donnerstag, 15. Dezember, 19 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Merkstein.

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