Herzogenrath - Wie minimiert man bloß den Verkehr in Kohlscheid?

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Wie minimiert man bloß den Verkehr in Kohlscheid?

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
Kohlscheid
Maßnahmen um Schleichverkehre zu reduzieren. Grafik: ZVA/Thomas Heinen, Kartendaten: Google, DigitalGlobe, Quelle: Stadt Herzogenrath

Herzogenrath. Es ist entschieden: Um Durchgangsverkehre parallel zur neuen Markttangente in Kohlscheid von vornherein zu unterbinden, soll die Puetgasse für den Verkehr gesperrt werden. So der von Johannes Kempen (SPD) für die große Koalition (Groko) vorgetragene Wunsch – analog zur Beschlussvorlage der Verwaltung, dem sich auch die anderen Parteien anschlossen.

Damit folgen die Politiker einer Anregung der Anwohner von Langenberg und Puetgasse im Nachgang der jüngsten Einwohnerversammlung in der Aula Kircheichstraße. Die Puetgasse soll baulich so abgebunden werden, dass die Nutzung für landwirtschaftlichen Verkehr weiterhin möglich bleibt.

Einstimmig votierte der Bau- und Verkehrsausschuss auch für den Groko-Vorschlag, den Durchstich vom Friedhof Langenberg zu öffnen und als Einbahnstraße mit Einmündung als Rechts- oder Linksabbieger in die Oststraße auszuweisen. Gleichzeitig soll die Straße Am Langenberg vom ehemaligen Kaiser‘s aus kommend bis zum Friedhof ebenfalls zur Einbahnstraße werden.

Im Abschnitt Kaiserstraße, Einmündung Friedrich- bis Südstraße, soll Tempo 30 gelten. Geprüft werden soll in diesem Teilstück zudem ein nächtliches Durchfahrtsverbot für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen.

Die vom UBL-Stadtverordneten Hans-Günther Fischer angeregte Abbindung der Brücke zwischen Kohlscheid und Bardenberg an der der Alten Mühle im Wurmtal allerdings wurde bei Stimmenthaltung der Piraten strikt abgelehnt. Allerdings erging an die Verwaltung der Auftrag, aufzuzeigen, wie man eine erhöhte Verkehrsbelastung durch neue Schleichverkehre am Langenberg und im Wurmtal tunlichst unterbinden kann.

Björn Bock, Fraktionschef der FDP, hatte dies beantragt, der einen weiteren Aspekt wieder in die Diskussion einbrachte: nämlich das Vorhaben, am Langenberg in Richtung Oststraße ein stattliches Einkaufszentrum zu etablieren. „Dass hier von 3200 Quadratmetern Fläche auszugehen ist, habe ich jetzt bestätigt bekommen“, bekräftigte er im Gespräch mit unserer Zeitung, was er im Ausschuss noch als Vermutung geäußert hatte.

„Das ist größer als der Kaufland in Herzogenrath“, hatte er den Ausschussmitgliedern vor Augen geführt. Und das werde zweifellos maßgebliche Auswirkungen auf den Verkehrsstrom haben, denn „solch ein Zentrum zieht nicht nur Verkehre aus Bardenberg an“.

Nicht nur Bock war es zudem ein Anliegen, dass die geplante Abbindung der Straße am Wacholder so weit zurückversetzt eingerichtet werde, dass der Parkplatz der Apotheke noch zu erreichen bleibt.

Reimund Billmann (CDU) machte bilanzierend deutlich: „Wir wissen, dass das alles keine hundertprozentigen Lösungen sind. Aber wir zeigen, dass die Bürger jüngst nicht umsonst zur Einwohnerversammlung gekommen sind.“ In punkto Wurmüberquerung hatte Thomas Kosel (Piraten) angeregt zu prüfen, ob die sanierungsbedürftige Brücke dem Verkehrsaufkommen überhaupt standhalten könne.

Was wiederum Reimund Billmann auf den Plan rief, der an einen wunden Punkt erinnerte, nämlich dass die Stadt Würselen angekündigt habe, sich an den Sanierungskosten nicht beteiligen zu wollen: „Es ist die Frage, ob die Brücke überhaupt bleibt. Es kann aber nicht sein, dass eine Kommune alleine darüber entscheidet.“ Sie bilde schließlich eine Möglichkeit mehr der Verbindung zwischen Kohlscheid und Bardenberg, zu ihrer Ertüchtigung müsse daher auch jede der beiden Kommunen ihren Teil beitragen ...

In Sachen finanzieller Beitrag interessierte Björn Bock indes noch, ob die Fahrbahnbeschaffenheit der Kaiserstraße der künftigen Mehrbelastung überhaupt gewachsen sei – und ob die Anwohner zur Kasse gebeten würden, wenn dereinst eine Fahrbahnsanierung fällig sei ...

Zumindest den Punkt landwirtschaftlicher Verkehr auf der Puet-gasse konnte der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda schon positiv beantworten. Zudem, dass der Apothekenparkplatz erreichbar bleibe. Die vom Ausschuss ebenfalls nochmals nachdrücklich geforderte Anbindung der Markttangente an die Süd-/Kaiserstraße mittels Kreisverkehr (und nicht in Form einer Einmündung) sei unstrittig, bekräftigte er, jetzt „konkret zu sehen“, dass dies möglich werde. Gespräche in Sachen Grundstückserwerb liefen.

Bleibt die Kritik der Bürger in Bezug auf fehlende Radwege auf der neuen Tangente. Die wurde von Dr. Bernd Fasel (Grüne) relativiert: Links und rechts 1,50 Meter breite und rot markierte Mehrzweckstreifen seien schon eine „gute Qualität für Radfahrer“, sagte er.

 

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