Alsdorf - Wenn aus Träumen Theater wird

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Wenn aus Träumen Theater wird

Von: Phb
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Im Zauberwald ist alles Möglich: Der Phantasie wird freien Lauf gelassen. Foto: Philipp Baumanns

Alsdorf. Leise untermalt ein Schlaflied die Stimmung in der abgedunkelten Aula der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Alsdorf: „Lalelu” klingt es aus den Lautsprechern, der Mond geht auf und das Träumen kann beginnen.

Drei integrative Theatergruppen, je eine aus Aachen, der Eifel und aus der Region Würselen und Alsdorf, hatten unter dem Titel „Traumreisen - Aus Träumen wird Theater” ein gemeinsames Theaterstück zusammengestellt. Dieses wurde am vergangenen Sonntag auch in Alsdorf aufgeführt.

Dabei entstand das Stück nicht nach einem fertigen Drehbuch, sondern nach eigenen Träumen und Vorschlägen der mitwirkenden Akteure. Gemeinsam hatten Menschen mit und ohne Behinderungen in den drei Gruppen das Theaterstück gestaltet. Erst zur Generalprobe waren die einzelnen Teile, koordiniert von mehreren Theaterpädagogen, zusammengeführt worden.

Busfahrt in den Märchenwald

„Der Inhalt reicht von Nachtträumen über Tagträume bis hin zu Lebensträumen. Die Darsteller haben das Stück selber entwickelt. Aus ihren eigenen Träumen ist das Stück entstanden”, erklärte Karin Sodekamp-Stöcker von der KoKoBe-Alsdorf (Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebote für Menschen mit Behinderungen sowie deren Angehörigen).

Diese Träume handeln von Delphinen, Schiffen und dem Meer, Piraten und tollen Tänzen. Da kann in manchem Traum auch schon einmal ein fetziges Hip-Hop-Lied, eine Busfahrt in den Märchenwald oder der eigene Traumprinz vorkommen. Bei solch tollen und phantasievollen Erzählungen vergisst man schnell, dass es sich um ein integratives Theaterstück handelt. Auf der Bühne macht dies, genauso wie beim Träumen, keinen Unterschied. Behinderung oder nicht: Alle stehen gemeinsam auf der Bühne und haben ein gemeinsames Ziel: Den Zuschauer bestmöglichst zu unterhalten. Und es gelang, denn trotz der vielen Träumerei, machte das, was die Akteure auf der Bühne aufführten, sicherlich nicht müde oder schläfrig. Im Gegenteil: Stehende Ovationen belohnten die vielen Mitwirkenden und Helfer für ihre tollen Leistungen.

Ein großer Erfolg war es also, das Modellprojekt des Theater99/Akut und verschiedener KoKoBe-Stellen aus der Region: „Theaterspielen kann mehr sein als die Darstellung durch professionelle Akteure. Integratives Theater meint das gemeinsame Entwickeln und Präsentieren lebensnaher und alltäglicher Inhalte durch Laien für eine möglichst breite Öffentlichkeit”, erklärte Sodekamp-Stöcker.

„Langfristiges Ziel ist ein dauerhaftes Bestehen von verschiedenen integrativen Theatergruppen in unterschiedlichen Regionen. Hierbei würden wir uns über eine noch regere Beteiligung von Menschen ohne Handicap sehr freuen”, erklärte sie abschließend.

Ihr Dank gilt vor allem den engagierten Theaterpädagogen, die das Projekt erst ermöglicht haben, sowie dem Schirmherrn Alfred Gerhards, besser bekannt als Pantomime, Clown und Komiker Globo. Auch dieser wusste vom Träumen zu berichten: „Träume sind unser Eigentum. Deshalb können sie uns auch einsam machen. Um so wichtiger ist es also, ein solches Projekt wie dieses, gemeinsam durchzuführen.”

Wer die Aufführung am vergangen Sonntag verpasst hat, bekommt am nächsten Sonntag um 18 Uhr im St. Michael Gymnasium in Monschau letztmalig die Möglichkeit, das Stück zu sehen.
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