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Weltenbummler präsentieren Besuchern Eindrücke aus Äthiopien

Von: ehg
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Eindrucksvoll: Heinz-Josef Lam
Eindrucksvoll: Heinz-Josef Lambertz hat viele Erlebnisse und Begegnungen auch fotografisch festgehalten. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Bereits 2009 berichteten der ehemalige Pfarrer von St. Sebastian, Heinz-Josef Lambertz, und Dr. Bernd Ortmanns in „Pius am Mittwoch” von ihrer eindrucksvollen Reise durch das christliche Hochland Nordäthiopiens mit seiner mehr als 2000-jährigen Hochkultur und den vielen Berührungspunkten zur europäischen Kultur- und Religionsgeschichte.

Nun kehrten die beiden Weltbummler mit Bildern, Impressionen und Fakten wieder, die sie im Südwesten des so vielfältigen Landes am Horn von Afrika, das in der Liste der ärmsten Völker der Welt an zwölfter Stelle steht, sammeln konnten.

1,2 Millionen AIDS-Waisen

Sie hatten ein Gebiet fern aller Zivilisation mit einem Geländewagen über Stock und Stein bereist, das sich vom Great Rift Valley, dem großen Grabenbruch, bis an die Grenzen Kenias und des Sudan erstreckt. Das Interesse an dem Reisebericht war so groß, dass im Pfarrheim an der Ahornstraße Stühle nachgerückt werden mussten.

Vorab gab es für die interessierten Besucher einige Informationen zu Land und Leuten. In Äthiopien leben auf einer Fläche, die dreimal so groß ist wie die Bundesrepublik, 88 Millionen Einwohner, in der auf 2350 Metern über dem Meer gelegenen Hauptstadt Addis Abeba ob der starken Landflucht in jüngster Vergangenheit mittlerweile 3,5 Millionen. Als einziges Land war Äthiopien mit seinen 83 Stämmen und 200 Dialekten nie kolonial besetzt.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Um zwei Millionen Einwohner wächst die Bevölkerungszahl im Jahr. Die Hälfte der Menschen sei unterernährt, betonte Ortmanns. Frauenbeschneidungen mit Verstümmelungen seien auf dem Land an der Tagesordnung. Äthiopien zählt 1,2 Millionen Aids-Waisen, auf dem Land sind 6,6 Prozent HIV positiv, in den Städten eher 13 Prozent.

Die beiden Weltenbummler Lambertz und Ortmanns durchquerten die Nationalparks, von denen es insgesamt zwölf gibt. Der größte ist 4000 Quadratkilometer groß, reich an Wild und am seltensten besucht. Bei den verschiedensten Stämmen kehrte die deutsch-afrikanische Reisegruppe - der Koch und der Fahrer waren Einheimische - ein. Sie lernten dabei ihre Lebensgewohnheiten kennen, in einem Dorf so auch die Tellerlippenfrauen. Schon den kleinen Mädchen werden die Lippen angeschnitten und mit einem runden, die später mit immer größer werdenden Teller ähnlichen Gebilden ausgefüllt werden. Es waren faszinierende Bilder, die die beiden Abenteurer mitgebracht hatten.

Die Impressionen und Fakten versetzten die Gäste im Pfarrheim nicht nur in Staunen, sondern machten auch nachdenklich. Denn der Lebensraum dieser Menschen im Süden Äthiopiens und deren Kulturen sind wie anderswo auf der Welt auch durch die Globalisierung bedroht. Zum kurzweiligen Vortrag gab es eine Fotoausstellung von Heinz-Josef Lambertz, die in den nächsten Wochen noch besichtigt werden kann.

Projekt für Kinder

Der Eintritt zu der Veranstaltung war - wie immer - frei. Es wurde um eine Spende für ein weiteres von Pfarrer Lambertz unterstütztes Projekt in Burkina Faso gebeten. Diesmal geht es um einen Brunnen für die Vor- und Grundschule in Siaya mit ihren über 200 Kindern. Träger des Projektes sind wiederum die dort tätigen Franziskanerinnen. In ihrem Namen bedankte sich Lambertz für die Spenden aus seiner ehemaligen Pfarre.
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