Nordkreis - Wegen drei Leuten: Alsdorf ist die größte Stadt im Nordkreis

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Wegen drei Leuten: Alsdorf ist die größte Stadt im Nordkreis

Von: Daniel Gerhards
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So groß sind die Städte im Nordkreis: Alsdorf ist mit 46 567 Einwohnern laut den jetzt veröffentlichten Zahlen des Zensus 2011 Spitze im Nordkreis. Knapp dahinter folgt Herzogenrath mit 46 564 Einwohnern. In Würselen leben 37 206 Menschen. Baesweiler kommt auf 26 363 Einwohner. Und bisher haben sich einige Städte verrechnet. Nur Herzogenrath schaffte beinahe eine Punktlandung. Foto: Daniel Gerhards

Nordkreis. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Welche Stadt im Nordkreis ist die größte? Die Antwort: Alsdorf. Aber der Vorsprung ist denkbar knapp. Zum Zeitpunkt der Volkszählung im Jahr 2011 lebten in Alsdorf 45567 Menschen – genau drei mehr als in Herzogenrath. Knapper geht es kaum.

Und Alsdorf machte sich kleiner als es ist. Vor dem Zensus ging die Verwaltung von 45.721 Einwohnern aus. Damit Alsdorf eine der wenigen Städte, die größer ist als gedacht. Das ist ein überaus positives Signal für Ralf Kahlen, Erster Beigeordneter: „Ein tolles Ergebnis – die Stadt wächst.“ Und zugleich ärgerlich. Denn Alsdorf habe wahrscheinlich in den vergangenen Jahren Schlüsselzuweisungen, also Geld, das ihnen zustand, nicht bekommen, sagt er.

Auch bei der Wohnraumförderung sei die Stadt in den vergangenen Jahren schlecht wegkommen – „es hieß immer, andere Städte wachsen stärker“ und sollten deshalb auch mehr Geld bekommen. Ziel der Verwaltung ist weitere junge Familien nach Alsdorf zu holen, dafür plant man neue Baugebiete.

Herzogenrath legte als einzige Nordkreiskommune eine Punktlandung hin. 46.564 ermittelten die Zensus-Statistiker, vorher ging man von 46.519 Rodastädtern aus. Bürgermeister Christoph von den Driesch führt das auf die gute Arbeit seiner Verwaltung zurück. „Wir haben die Zahlen, die wir von IT.NRW bekommen haben, immer mit unseren eigenen Daten abgeglichen. Das ist ein großer Aufwand, aber es ist offensichtlich richtig. Wir hatten von vorne herein realistische Werte“, sagt er.

Erfreulich ist für von den Driesch, dass viele Herzogenrather (Fach-)Abitur (27,5 Prozent) und einen (Fach-)Hochschulabschluss (12,8 Prozent) haben. Dabei spiele der Technologiestandort Kohlscheid eine wichtig Rolle. Sicher aber auch die Nähe Kohlscheids zur RWTH. Aber: „Es gibt in Herzogenrath eine große Schere zwischen Hochgebildeten und Niedrigqualifizierten.“ Also: Viele Gutverdiener und viele Sozialhilfeempfänger. Der Mittelbau sei zu schwach, sagt von den Driesch.

Zumindest auf dem Papier hat Würselen Einwohner verloren. Dort leben 37.206 Menschen statt wie bisher angenommen 38.331. Stadtsprecher Bernd Schaffrath nimmt die Zahlen gelassen: „Das ist eine statistische Erhebung zu einem bestimmten Stichtag.“ Und der liegt bereits zwei Jahre zurück. In dieser Zeit habe sich die Bevölkerung in Würselen positiv entwickelt – die Stadt wächst. Denn viele zieht es wegen der Nähe zum Oberzentrum Aachen nach Würselen.

Das sei für die Düvelstadt „Fluch und Segen“ zugleich, wie Schaffrath sagt. Denn derzeit würden in Würselen viele neue Wohnungen gebaut. Und die sind teuer. Bezahlbarer Wohnraum könnten deshalb bald knapp werden. „Wir haben sehr viele neue teure Wohnungen. Bei uns sind die Grundstückspreise im ganzen Alt-Kreis am höchsten. Das wirkt sich auch auf die Mietpreise aus“, sagt Schaffrath. Deshalb gebe es die Forderung günstige Wohnungen anzubieten. Die stadteigene Entwicklungsgesellschaft (SEW) arbeite derzeit auch an Projekten, bei denen „bezahlbarer“ Wohnraum entstehen soll.

Richtig gut steht Würselen in Sachen Bildung da. 31,9 Prozent der Einwohner haben (Fach-)Abitur, 14,9 Prozent gar einen (Fach-)Hochschulabschluss. Das ist absolute Spitze im Nordkreis. Die hohe Abiturientenquote führt Schaffrath auf das Euregiokolleg zurück. Die Schule vergibt das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg.

Dass in Baesweiler wesentlich weniger hochgebildete leben – 20,9 Prozent haben (Fach-)Abi, 7,9 Prozent einen (Fach-)Hochschulabschluss –, führt Bürgermeister Dr. Willi Linkens nicht auf die Schullandschaft zurück. Immerhin stehe Baesweiler in dieser Statistik besser da als Alsdorf, sagt Linkens. Und Würselen und Herzogenrath profitierten von den RWTH-Studenten, die bei ihren Eltern wohnen bleiben.

Gleichzeitig versuche man im Gewerbegebiet möglichst viele Firmen anzusiedeln, die Arbeitsplätze für Akademiker anbieten. Und die sollen sich – geht man nach dem Willen der Stadt – auch in Baesweiler eine Wohnung oder ein Haus finden.

Dafür braucht man Platz – Bauland. Neubaugebiete hat Baesweiler in den vergangenen Jahren viele ausgewiesen. „Wir wollen neuen Wohnraum für Familien schaffen“, sagt Linkens. Dass das der richtige Weg ist, zeige die große Nachfrage in der Steinzeit-Siedlung und Auf der Mooth. Scheinbar kommen junge Leute gerne nach Baesweiler: Dort leben prozentual gesehen die wenigsten Senioren im Nordkreis: 18,3 Prozent sind 65 Jahre und älter.

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