Wege aus der Krise für den Mittelstand

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Spannende Diskussion und hilfreiche Fakten: Franz Josef Wedemeyer (r.) Christoph Gatz.

Baesweiler. Die allgegenwärtige Wirtschaftskrise bereitet vielen mittelständischen Unternehmen Kopfzerbrechen. Für die Mittelstandsvereinigung der Baesweiler CDU waren die Ängste der Unternehmen Grund genug, die Unternehmer über richtige Verhaltensweisen in der Krise zu informieren. Bei den Vorträgen richtete sich der Fokus in der Baesweiler Burg auf Kreditvergabe in Krisenzeiten.

„Das berührt jeden Mittelständler”, sagte Franz Josef Wedemeyer, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung. „Erhöhte Zinsen können die gesamte Gewinn-Marge der Unternehmen auffressen.” Der diplomierte Betriebswirt und Steuerberater Christoph Gatz stellte die Bedeutung des Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft heraus und dass der Mittelstand enorm abhängig von Krediten ist. 80 Prozent des Fremdkapitals in mittelständischen Unternehmen stammten aus Krediten. Und die seien in Krisenzeiten immer schwieriger zu bekommen. „Da wirkt sich die Kreditvergabe der Banken sofort aus”, erklärte Gatz.

Vorsichtige Banken

Was die Unternehmen tun können, um den ersehnten Kredit doch zu bekommen, erklärte Gatz gleich mit: „Bilanzierung ist ein wichtiges Instrument, um Vertrauen zu bilden.” Denn die Banken sind bei der Kreditvergabe weit vorsichtiger als noch während des Booms. Sie wollen wissen, welche Sicherheiten das jeweilige Unternehmen zu bieten hat.

Das konnte auch CDU-Bundestagsmitglied Helmut Brandt bestätigen: „Es ist zwar viel Kapital vorhanden, die Banken sind aber sehr vorsichtig bei der Vergabe von Krediten.” Den Staat sieht Brandt allerdings nicht in der Pflicht: „Die Krise ist noch nicht vorbei. In einer solchen Situation Vorgaben zur Kreditvergabe zu machen, halte ich für abenteuerlich.” Die unsichtbare Hand des Marktes werde schon wieder alles geraderücken: „Der Markt sollte wieder einen größeren Raum einnehmen.”

Geteilte Meinungen

Diese Ansicht teilten allerdings nicht alle Anwesenden: So fragte der Vorsitzende der Herzogenrather Mittelstandsvereinigung, Bert Lauscher, ob der Staat nicht doch eingreifen solle, denn die Kredite seien derzeit überteuert und somit unattraktiv. Die hohen Zinsen auf die Kredite seien derzeit eine „Risikoprämie”, erklärte Christoph Gatz. Bei Krediten für die Landwirtschaft mache diese derzeit ganze zwei Prozentpunkte aus.

Mit Blick auf die Zukunft prognostizierte Gatz, dass „künftige Regierungen keineswegs an Steuererhöhung vorbeikommen” werden.

Gerade in einer schwierigen Phase ist es für die Unternehmen wichtig, auf die Unterstützung der Stadt bauen zu können. In diesem Zusammenhang verwies Bürgermeister Dr. Willi Linkens auf die großen Erfolge der Wirtschaftsförderung durch das Internationale Technologie- und Service-Center (its). Allein 2000 Arbeitsplätze seien im its, das die Firmen durch günstige Räumlichkeiten, Service-Leistungen und Beratung fördert, entstanden. „Im its riskiert man nicht viel”, erklärte Linkens, „wenn es nicht funktioniert, ist das schade, aber wir tragen nur das Risiko, dass der Gründer zwei oder drei Monatsmieten nicht bezahlt.” Für die jungen Unternehmen bleibe das Risiko minimal.

Weiteres Wachstum

Neben dem Gewerbegebiet zwischen Baesweiler-Mitte und Beggendorf, soll in naher Zukunft ein Gewerbegebiet am Carl-Alexander-Park erschlossen werden. Mittelfristig soll auch ein Gewerbegebiet auf dem Gelände des ehemaligen Siersdorfer Kraftwerks hinzukommen. Dort soll die Erfolgsgeschichte der Baesweiler Wirtschaftsförderung weiter geschrieben werden. Linkens: „Wir haben im Industriegebiet mehr als 3000 Arbeitsplätze. Das reicht noch nicht, aber wir sind auf einem guten Weg.”
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