„Wechselwirkungen”: Neue Spannungsfelder auf engstem Raum

Von: Elisa Zander
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Unterschiedliche Positionen -
Unterschiedliche Positionen - die zeigen (v.l.) Jupp Linssen, Herrmann-Josef Kuhna, Bernhard Zimmer und Gereon Heil im Bereich der Wechselwirkungen. Bilder des verstorbenen Herbert Kaufmann werden ebenfalls präsentiert. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Sehr unterschiedliche Positionen in der zeitgenössischen Malerei wollte Joachim Melchers, Galerist der Artco-Galerie, zeigen und das Spiel der Wechselwirkungen zwischen Form und Farbe aufnehmen.

Werke von fünf Künstlern, die in der Ausstellung „Wechselwirkungen” präsentiert werden, stellen das auf sehr verschiedene Weise dar. Eines haben sie darüber hinaus gemeinsam: Herbert Kaufmann, Gereon Heil, Herrmann-Josef Kuhna, Jupp Linssen und Bernhard Zimmer sind allesamt Künstler des Rheinlands.

Die Bilder von Herrmann-Josef Kuhna sind sowohl abstrakt als auch gegenständlich. Der erste Eindruck von Spontaneität verflüchtigt sich bei näherer Betrachtung bald, denn seine Werke sind geplant und konstruiert.

In mehreren Arbeitsgängen werden Farbschichten aufeinander gelegt, wodurch der Künstler die gewünschte Dichtigkeit von Form und Farbe erreicht. Trotz des Geplanten behalten die Bilder eine Dynamik; aus dem Farbgerüst erschließt sich dem Betrachter die gegenständliche Komponente.

Besonders fossile Elemente lassen sich entdecken, die einen Rückschluss auf die Sammelleidenschaft von Fossilien seitens des Künstlers zulassen.

Schicht für Schicht arbeitet sich auch Jupp Linssen im malerischen Akt bis zur Vollendung seines Werkes vor. Durch das Auf- und Abtragen von Farbschichten entstehen Strukturen die an Verfalls- und Zerfallsprozesse, etwa verwitterte Fassaden erinnern. Zinkbleche oder Bauholz sind Materialien, die in seinen Werken wesentlicher und unverkennbarer Bestandteil.

Spontan und intuitiv gestaltet Bernhard Zimmer seine Bilder, lässt Farben verlaufen. Bewusst setzt er eine Komponente des Chaos ein, dem er die Schrift als ordnenden Faktor entgegenstellt, die eine Balance schafft.

„Sein Thema ist die Sichtbarmachung und Spiegelung des Spannungsfeldes zwischen Ordnung und Chaos in seinen Gemälden”, erläutert Joachim Melchers. Worte, Wortgruppen und ganze Sätze finden sich auf teilweise monochromen oder farblich sehr dichten Bildgründen. In neueren Arbeiten wird die Schrift auf Fragmente reduziert, die wie Chiffren erscheinen.

Bestandteil der Kunstgeschichte

Werke von Herbert Kaufmann sind ein wesentlicher Bestandteil der Kunstgeschichte Deutschlands. Die in der Ausstellung präsentierten Bilder stammen aus der Zeit kurz nach dem Ende des Studiums des im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren verstorbenen Künstlers.

Die abstrakten Frühwerke, die in den 1950er Jahren entstanden, zeigen unter anderem Farbkompositionen, die auf unterschiedlichen Bildebenen von einer dichten, schwarzen Netzstruktur überspannt werden. Dieses Gestaltungsprinzip hat Herbert Kaufmann später in reliefhafte Bilder, die er als Inkrustationen betitelte, übertragen. In der nächsten Phase ist Kaufmann zu einer Reduktion von Farbe gegangen; die Bilder wirken monochrom.

Typisch für Gereon Heil ist die expressive und komprimierte klare Farbigkeit, die sich auch in seinen Arbeiten aus dem Werkzyklus „Dorf”, die in der Ausstellung zu sehen sind, wiederfinden. „Gereon Heil ist zwar nicht nur, aber ich würde sagen, in erster Linie Landschaftsmaler”, ordnet Joachim Melchers den Künstler ein.

Landschaften „in ihrem Spannungsfeld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion dazustellen ist das zentrale Thema in seiner Malerei”, führt der Galerist fort. Gereon Heil verbindet Natur mit von Menschen geschaffenen Kulturlandschaften.

Typisch dabei sind die konturlosen Farbflächen, die die Bilder kraftvoll und lebendig erscheinen lassen. „Das Spiel von Fläche und Raum interessiert mich hauptsächlich”, gibt der Kunstschaffende einen Einblick in sein Arbeitsfeld.

Wechselwirkungen, auf unterschiedliche Weise dargestellt, erzeugen weitere Wechselwirkungen... Die verschiedenen Herangehensweisen eröffnen ein neues Spannungsfeld.

Die Ausstellung „Wechselwirkungen” ist bis zum 1. Juni in der Artco-Galerie, Ferdinand-Schmetz-Platz 2, zu sehen.

Geöffnet ist die Galerie dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr.

Weitere Informationen unter Telefon 02406/6666948.

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