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Wardener wehren sich gegen geplante Windenergieanlagen

Von: Karl Stüber
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In Sorge um die Qualität der Naherholung und um Hecken: Robert Pelzer, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Wardener Bürger, und seine Mitstreiter wollen die Stadt Eschweiler dazu bewegen, der Siedlung mit Windkraftanlagen nicht zu nahe zu rücken. Foto: Karl Stüber

Nordkreis/Eschweiler. Die Stadt Eschweiler erhält kräftigen Gegenwind bei einem Windprojekt. Und zwar nicht nur von der Stadt Alsdorf, die Bedenken gegen das Vorhaben angemeldet hat, sondern auch von einer Bürgerinitiative, der „Interessengemeinschaft Wardener Bürger – Zur Abwehr von Umweltbelästigungen und Gefahren“.

Das hat der Geschäftsführer dieser Initiative, Robert Pelzer, der Eschweiler Verwaltung noch am Dienstagabend gemäß Baugesetzbuch Frist wahrend per Fax mitgeteilt. Die Initiative will sich auf diese Weise weitere Optionen des Widerspruchs wahren.

„Rücknahme“ wird erwartet

Warum die Aktion? Die Stadt Eschweiler will Konzentrationszonen für die Errichtung von Windkraftanlagen ausweisen. Dafür muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Und wie das eben fast jede Kommune so macht, scheint die Indestadt natürlich die eigenen Bürger so wenig wie möglich durch hoch in den Himmel ragende Windrotoren, Beschattung, Schall und Verstellen des freien Blicks behelligen zu wollen. So fiel die Wahl auf ein Terrain weit ab der Kernstadt von Eschweiler, aber in direkter Nachbarschaft zu Weiler-Langweiler, das zur Gemeinde Aldenhoven gehört – und eben Warden. Das gehört zu Alsdorf. Das Areal befindet sich nordwestlich des Blaustein-Sees.

Nun sind die Wardener keinesfalls von gestern und wissen natürlich, dass die Nutzung von Windenergie im Rahmen der Energiewende wichtig ist und dazu beiträgt, die Versorgung mit Strom sicher zu stellen. Das machte Robert Pelzer seitens der IG Wardener Bürger, die im Zuge der nahen Mülldeponie entstand, im Alsdorfer Stadtentwicklungsausschuss deutlich. Aber alles hat seine Grenze. Die Wardener, so Pelzer, wollen diese Grenze klar gezogen wissen und ein Teilstück, einen in Richtung Warden wie ein „Zipfel“ vorspringendes Geländeteil, von der Ausweisung als Konzentrationszone für Windkraftanlagen seitens der Stadt Eschweiler ausgenommen wissen.

Pelzer wird in seinem Fax an die Stadt Eschweiler sehr deutlich: „Hätten Sie dies auch Ihren Bürgern so zugemutet? Wir glauben, dann hätten Sie was erlebt.“ Indes hoffe die Interessengemeinschaft auf Verständnis und die „Rücknahme der fast von der Größe her bedeutungslosen Fläche“.

Das, so Ausschussvorsitzender Heinrich Plum (SPD), hatte die Stadt beizeiten der Stadt Eschweiler mitgeteilt – und zwar am 4. Dezember 2014. Da hatte die Stadt Alsdorf auf Basis des Entschlusses des Ausschusses für Stadtentwicklung den Kollegen in Eschweiler kundgetan, dass „keine Bedenken gegen die Planungen bestehen, wenn die geplante Konzentrationsfläche um die Fläche am Viehweg südwestlich des zweiten Feldweges reduziert wird“. Gemeint ist besagter Geländezipfel.

Aber das blieb seitens der Stadtverwaltung Eschweiler unberücksichtigt. Begründet wird die ablehnende Haltung der Stadt Eschweiler damit, dass aufgrund des Abstands von 600 Metern eine „bedrängende Wirkung“ (gegenüber Warden) ausgeschlossen werden könne. Zudem beruft sich die Indestadt bezüglich Schallschutz auf ein Gutachten. Negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild bezeichneten die Eschweiler als nicht erheblich, ließ man die Alsdorfer wissen.

Um Verständnis geworben

Das sieht die IG Wardener Bürger mit ihrem Geschäftsführer Robert Pelzer anders – und der Stadtentwicklungsausschuss folgte der Argumentation. Die Interessengemeinschaft Warden sieht vor allem das Landschaftsbild, hier besonders Hecken am Rande von Feldwegen, und die örtlichen Belange der Naherholung beeinträchtigt. So hatte auch die Stadt Alsdorf erneut gegenüber Eschweiler beizeiten argumentiert. Zuletzt per Schreiben am 18. März. Ausschussvorsitzender Plum lobte ausdrücklich das Verhalten der IG Wardener Bürger, die sich nicht generell gegen Windkrafträder aussprechen würden und sehr konstruktiv und nachvollziehbar die Reduzierung der Fläche begründen würden. Zugleich betonte er, dass der Widerspruch einer Bürgerinitiative wie der der Wardener Bürger, ein besonderes Gewicht im weiteren Verfahren habe.

Alsdorfs Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg berichtete von einer Auskunft der Eschweiler Verwaltung. Demnach könne auf Grund zu wahrender Abstandsflächen auf besagtem Geländezipfel eine Windkraftanlage gar nicht aufgestellt werden.

Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass auf dem umstrittenen Teilstück keine Windkraftanlage stehen wird. Das habe mit den zu wahrenden Vorgaben zu tun. Der Investor könne insgesamt nur vier Anlagen weiter weg aufstellen, die zudem nicht 200, sondern „nur“ 180 Meter hoch seien. Die der Wohnbebauung in Warden am nächsten kommende Anlage werde 920 (!) Meter entfernt sein. Das konkrete Bauprojekt werde noch in die Bürgerbeteiligung gehen. Dann könne sich auch hier die Wardener mit ihren Anregungen und Bedenken einbringen, wirbt er um Verständnis.

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