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Wardener Kapelle ist 550 Jahre alt

Von: rp
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Guter Pflegezustand: Die Wardener Kapelle hatte eine wechselvolle Geschichte. Foto: M. Schmitz

Alsdorf. Erste urkundliche Angaben über die Kapelle St. Jacobi in Warden liefert das Protokoll eines Schlichtungsverfahrens in Streitigkeiten über Rechte der Kapelle am 1. August 1463. „Man soll die Kapelle zu Ehren des heiligen Jacobus weihen, einen Kirchhof dabei anlegen und fortan eine Messe lesen“, heißt es in dem Buch „Die Herrlichkeit Warden“, Nachrichten aus der ehemaligen jülichen Unterherrschaft Warden.

Die Nachrichten wurden vom früheren Wardener Franz Mohné gesammelt und aufgezeichnet und in mühevoller Arbeit vom Hoengener Heimatforscher und ehemaligen Kämmerer Heinz Schüller im obigen Buch zusammengefasst.

Darin heißt es: „Das Jahr 1463 stand im ausgehenden Mittelalter und in der Hochblüte des Feudalwesens, in dem die Bevormundung der Untertanen und Sassen rechtens war. Indes ist nicht ausgeschlossen, dass die Wardener Gebietsherren die Errichtung der Kapelle wohlwollend beurteilten und gerne sahen, wenn die Wardener Eingesessenen durch einen geregelten Gottesdienst in Warden von dem Pfarrdorf Höngen, das zu einem anderen Territorium gehörte, mehr oder weniger fern gehalten wurden. Der Kapellenbau war hingegen ureigenste Angelegenheit der Bewohner des Ortes Warden. In dem Schiedspruch wurden deshalb auch den Einwohnern, insbesondere der in Warden bestehenden Jakobusbruderschaft, weitgehende Rechte über den Gottesdienst zuerkannt.“

Erst 200 Jahre später liegen weitere Nachrichten vor. So wurde im 17. Jahrhundert an den dreiseitigen Chor der Kapelle ein neues Langhaus angebaut. Die Chronik: „Eine Tür des Langhauses zeigt die Jahreszahl 1636. Sie gibt wohl die Zeit der Erbauung bzw. Erneuerung des Langhauses an. Mit diesem Neubau ist wahrscheinlich auch der Kapellenturm erstellt worden. Über den baulichen Zustand der Kapelle gibt bis 1839 kein Bericht eine Auskunft.“

Mittlerweile war ein Schulzimmer eingebaut worden. Am 8. Juli 1839 machte der „Höngener“ Gemeinderat den Vorschlag, der Kapelle zum Schutz des Schulzimmers eine neue Bedachung zu verschaffen, das Schulzimmer zu einem Schulsaal über der ganzen Kapelle zu erweitern und als Anbau eine Lehrerwohnung zu errichten. 1841 wurde alles fertig.

Um die vorletzte Jahrhundertwende zählte das Dorf Warden rund 1000 Katholiken. Der Wunsch, vom damaligen Höngen unabhängig zu sein und eine eigene Kirche zu haben, wurde lauter. So wurde der Jakobusbauverein gegründet, der 70.000 Mark sammelte. 1923 wurde die Kapelle durch einen „Notanbau“ erweitert. Der Schulsaal entsprach nicht mehr baupolizeilichen Anforderungen und wurde 1924 geschlossen. Aber immer noch war die Kapelle zu klein: Die Grundsteinlegung für die ersehnte Kirche war am 10. Juli 1932. Die Chronik vermerkt: „Die Kostenrechnung schloss mit 44.648,95 RM.“

Der Geburtstag der Kapelle soll mit einem Gemeinde- und Kapellenfest am Sonntag, 8. September, gefeiert werden. Eingeleitet wird das Fest mit einem feierlichen Gottesdienst um 10 Uhr in St. Jakobus. Danach gibt es im Johannesheim, neben der Kirche und in der Jakobuskapelle Aktivitäten wie Cafeteria, Bierstand, Salatbar, Kinderflohmarkt, Bücherflohmarkt, Handarbeiten und eine Rallye für Schulkinder.

Außerdem erfährt man einiges zur Historie, Führungen werden mehrmals am Tag angeboten. Neben den kirchlichen Vereinen und Organisationen haben auch Ortsvereine ihre Mitwirkung zugesagt. Der Erlös soll der Kapelle zu Gute kommen.

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