Vortrag: Es macht Spaß, Alsdorfer zu sein

Von: ust
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Vergangenheit bewältigt: (v.l.) Bürgermeister Alfred Sonders, Ehrenvorsitzender des Geschichtsvereins Rudolf Bast, Reinhard Wirtz, Franz-Josef Müller, Vorsitzender des Geschichtsvereins. Foto: Ute Steinbusch

Alsdorf. Seinen Festvortrag genoss der Ehrenvorsitzende des Alsdorfer Geschichtsvereins Rudolf Bast sichtlich. Er zeichnete ein rundum positives Bild der Stadt und seiner Bergbau-Vergangenheit. Die Vergangenheitsbewältigung, der Strukturwandel, sei gelungen, denn heute stünden den ehemals zahlreichen Arbeitsplätzen im Bergbau neue in einem bunten Gemisch aus Branchen in eben höherer Zahl gegenüber.

Was Bast und sein „Co“ Reinhard Wirtz, der für die Bebilderung des Vortrages verantwortlich zeichnete, herausstellten, ist, dass in Alsdorf ausufernder Flächenverbrauch nachhaltig vermieden wurde. Vielmehr man habe von jeher versucht, bestehende Flächen umzunutzen. Wohnen für sämtliche Lebensalter werde im Ober- und den Unterzentren eng verbunden, Kultureinrichtungen schafften Mehrwerte für die Bürger.

Bast zitierte den Slogan „Die Stadthalle spielt in der Regionalliga der Veranstaltungsstätten“ und verfüge dem ehemaligen Stadtdirektor Dr. Helmut Eckert sei Dank über den Tierpark. Kunstverein, Cinetower, Pillars of Freedom, Schützen, Europafest … Die Liste der Kulturangebote ist lang. Wichtig auch als Identifikationspunkte, die wiederum den Bogen in die Vergangenheit schlagen, der Förderturm, die Halden und das Energeticon.

Heute mag sich kaum jemand vorstellen, wie sehr der Eschweiler Bergwerksverein Stadt und Menschen in früheren Zeiten beeinflusst habe. So war der EBV immer erpicht, dass sich keine Konkurrenz-Arbeitgeber in Alsdorf ansiedelten, die die männlichen Arbeitskräfte abzugreifen drohten. Dagegen fand der Nadelhersteller Prym, der hauptsächlich weibliche Kräfte anwarb, in Alsdorf sein Domizil. 1967 rauchte nur noch einer von ehemals vier Schornsteinen, und als sich die Hoffnung auf eine erneute Kohle-Abbaustätte im Siersdorfer Feld nicht erfüllte, war das Schicksal des Bergbaus vor Ort besiegelt.

Wandlung der Stadt

Die neue Zeit fing mit Ansiedlungen von Record Service, dem heutigen Cinram, an, gefolgt von Mitsubishi. Auch wenn letzteres Unternehmen unrühmlich wieder aus Alsdorf abzog, bildete es doch eine Art Anker-Effekt, so Bast. Heute sitzen vor Ort die FEV Motorentechnik, ein zweiter Businesspark in Schaufenberg ist entstanden. Der kurze Weg zur Aachener Hochschule ist für den Standort von großem Vorteil

Sicher hob Rudolf Bast die positiven Seiten der Wandlung in Alsdorf sehr deutlich hervor und ließ an der ein oder anderen Stelle ein paar negative Aspekte links liegen, jedoch bildete er die Entwicklung der Stadt mit einer sympathischen Mischung aus Akribie und Heimatverbundenheit ab. Wer immer noch die Nase rümpft, wenn Alsdorf genannt wird, ist schlicht nicht auf der Höhe der Zeit. Denn heute, so klang es in allen Facetten aus Rudolf Basts Vortrag heraus, macht es Spaß, ein Alsdorfer zu sein.

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