Vorlesepaten: Kindern die Lust am Lesen weitergeben

Von: Lars Odenkirchen
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Haben Freude am Vorlesen: Felix Eicke, Katja Harder, die Fördervereinsvorsitzende Uschi Singer, die ehemalige Bibliothekarin Angela Ortmanns-Dohrmann, Hildegard Jörissen und Roswitha Nebel gemeinsam mit aufmerksamen Zuhörern. Foto: Lars Odenkirchen

Würselen. Wenn Felix Eicke zu sprechen beginnt, nimmt er seine Zuhörer mit auf phantastische Reisen. Der 16-Jährige ist Vorlesepate in der Würselener Stadtbücherei. Im Wechsel mit vier Kolleginnen liest er immer freitags um 16 Uhr Kindern zwischen fünf und acht Jahren lustige und spannende Geschichten vor.

So auch am Freitag, 26. November, an dem sich die Stadtbücherei mit ihrer Vorlesestunde am bundesweiten Vorlesetag beteiligt. „Lesen tritt vor allem durch die anderen Medien immer mehr in den Hintergrund”, meint Patin Katja Harder, „dies hat auf die Entwicklung von Kindern immer stärkere Auswirkungen. Lesen fördert schließlich nicht nur die sprachliche Kompetenz, sondern auch die Fähigkeit, sich in andere Menschen und unbekannte Situationen hineinzuversetzen.”

Die Begeisterung fürs Lesen will allerdings erst einmal geweckt werden - und genau da spielt das Vorlesen eine entscheidende Rolle. Es ist eine einfache Rechnung: Wer häufig aufmerksam den Geschichten lauscht, wird beinahe schon automatisch neugierig darauf wie es wohl ist, endlich einmal selbst ein Buch zu lesen.

Fast schon als „Nebeneffekt” wird dabei auch die Aufmerksamkeit der kleinen Zuhörer geschärft, wie Vorlesepatin Hildegard Jörissen berichtet: „Ich lese sehr gerne Kindern vor. Sie lernen dabei, aufmerksam zuzuhören und erleben Freude an den Geschichten.”

Ihre „Kollegin” Roswitha Nebel ergänzt: „Vorlesen erweitert den Wortschatz und fördert die Sprachbildung bei Kleinkindern.” Fast schon ein wenig schade finden es die Vorlesepaten vor diesem Hintergrund, dass nicht noch mehr Kinder das Angebot wahrnehmen, die von ihrem Elternhaus her wenig Kontakt mit Büchern haben.

Dass das Vorlesen dabei für die Eltern keine lästige Pflichtübung sein muss, weiß Martina Eipert, die sich ebenfalls in der Bücherei engagiert. „Es gibt so wundervolle Kinder- und Jugendbücher auf dem Büchermarkt, dass es auch Erwachsenen Spaß macht, daraus vorzulesen”, meint Eipert.

Ein Blick in die Bestsellerlisten gibt ihr Recht: Von „Harry Potter” bis zu den Werken von Cornelia Funke findet so manches Jugendbuch längst nicht mehr nur jugendliche Leser. Zudem huscht bei vielen Eltern wohl heute noch ein Lächeln übers Gesicht, wenn sie ihren Jüngsten Geschichten von „Janosch” vorlesen, mit denen sie vielleicht auch selbst groß geworden sind.

So zählt für den jungen Vorlesepaten Felix Eicke neben dem ehrenamtlichen Engagement eben auch der Spaß, den er selbst am Vorlesen hat: „Ich lese gerne vor, weil es mir Spaß macht, Kindern Geschichten zu erzählen, aber auch, weil ich einfach selbst gerne lese und die Lust am Lesen weitergeben will.”

Freitags ab 16 Uhr

Freuen würde man sich in der Stadtbücherei, wenn noch mehr engagierte Menschen dem Vorbild der fünf Lesepaten folgen würden. Gerade in Zeiten klammer Kassen sind Angebote wie die Vorlesestunde schließlich wichtig, um weiter junge Leser für die Bücherei zu gewinnen. Wer sich ebenfalls engagieren möchte, ist also in der Stadtbücherei willkommen. Die Vorlesestunde ist immer freitags ab 16 Uhr in der Stadtbücherei, Altes Rathaus, Kaiserstraße 36, für Kinder von 5 bis 8 Jahren; Kontakt: 02405/67558.
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