Alsdorf - Von Märchenwald ist nicht mehr viel übrig

Staukarte

Von Märchenwald ist nicht mehr viel übrig

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
Vorerst dicht: Flatterband tre
Vorerst dicht: Flatterband trennt den Märchenwald derzeit vom Tierpark ab. An scharfen Kanten besteht Verletzungsgefahr. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die beiden Zwerge sind schon lange weg. Fünf Mal hatten Unbekannte sie verstümmelt. Hatten ihnen die Köpfe abgerissen, die Beine, die Arme - es war das reinste Massaker im Märchenwald.

Auch der Rumpf des Prinzen wurde kürzlich abgebaut. Seine Prinzessin steht zwar noch, ist aber ebenfalls lädiert. Seit zwei Jahren gibt es im Tierpark am Alsdorfer Weiher einen kleinen Märchenwald - und seitdem reißt der Ärger mit dem Vandalismus auf dem Gelände einfach nicht ab.

„Das ist so traurig. Eine Riesensauerei!” Beatrix Schongen ist am Mittwoch zugleich sauer und den Tränen nah. Auf der Basis ihrer Märchengeschichte „Das Schwarze Gold des Berges” hatte die Alsdorfer Autorin einen Wettbewerb ausgelobt. Viele Kinder hatten sich seinerzeit beteiligt und bunte Motive für die Figuren entworfen, die später auf Aludibond-Platten aufgezogen wurden. Die sind ziemlich robust. Eigentlich.

„Das hat niemand aus Versehen gemacht”, sagt auch Ernst Erasmus, Prokurist der Alsdorfer Freizeitobjekte-Gesellschaft (Foga), und zeigt auf die vielen scharfen Kanten, die an den Abbruchstellen übrigblieben. „Da muss man schon mit ganz viel Kraft ran, um hier was abzubrechen.”

Wer es getan hat, kann er nicht sagen. Jugendliche vielleicht, aber wer weiß das schon? „Die kommen ja immer nachts.” Im Schutz der Dunkelheit und ohne Nachbarn, die verdächtige Geräusche hören könnten.

Kaum finanzierbar

Jemanden, der nachts auf dem Gelände kontrolliert, wünschen sich Schongen und Erasmus. Doch wird der nicht finanzierbar sein. Nun wird überlegt, Lampen mit Bewegungsmeldern zu installieren. Rettet das den Märchenwald? Es wird sich zeigen. Der Gedanke, ihn einfach abzumontieren, wurde wieder verworfen. Erasmus: „Das wäre doch ein falsches Zeichen. Wir wollen den Vandalen ja nicht beigeben.” Und Beatrix Schongen kennt einen weiteren Grund. „In dieses Projekt sind 10.000 Euro an Fördermitteln und Spenden geflossen, allein 4000 Euro kamen von der Aktion Mensch”. Das könne man nicht einfach so verwerfen.

Also wird repariert, was noch zu reparieren ist, so lange bleibt der Märchenwald mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Der kopflos gewordene Blaue Riese soll sein Haupt wieder aufgesetzt bekommen, abgebrochene Fliesen an der Märchenburg werden ersetzt. Für Zwerge und Prinzen kommt die Rettung zu spät. Von ihnen ist einfach zu wenig übrig geblieben. Ein Happy-End ist offenbar nur etwas für Märchen.

Sponsoren und Ideen sind willkommen

Für den Wiederaufbau werden noch Sponsoren gesucht und ehrenamtliche Handwerker, die womöglich Ideen für robustere Figuren haben. Interessierte können sich darüber bei Beatrix Schongen informieren: Telefon 02404/678443.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert