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„Von Kindern kann man nicht genug kriegen”

Von: Lars Odenkirchen
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Bleibt dem Kindergarten erhalten: Zum Kochen und Backen kommt Agnes Langendörfer auch weiterhin zu den Kindern. Foto: Lars Odenkirchen

Baesweiler. Diese Frau hat fast schon halb Baesweiler großgezogen: 38 Jahre lang war Agnes Langendörfer im Kindergarten Sonnenschein als Betreuerin aktiv und hat dort gleich mehrere Generationen von Baesweiler Kindern betreut - jetzt geht die 61-Jährige in den Ruhestand.

Es ist jedoch ein Abschied auf Raten, schließlich wird die Neu-Rentnerin weiterhin ehrenamtlich im Kindergarten aushelfen und zweimal wöchentlich mit den Kindern kochen. „Ein radikaler Schnitt wäre sehr schwer gewesen” meint Langendörfer.

Kein Wunder - seit der Gründung im Jahr 1971 hat die Betreuerin schließlich im Kindergarten Sonnenschein gearbeitet, zuvor war sie bereits drei Jahre im Settericher Kindergarten Sankt Andreas beschäftigt gewesen.

„Viele Kinder von damals treffe ich heute als Eltern wieder, wenn sie ihre Kinder hierher bringen”, erzählt Langendörfer. „Ihre” Kinder kennt die Kindergärtnerin dabei fast alle noch namentlich: „Es ist jedes Mal eine Riesenfreude, wenn man sich wieder sieht.”

„Die Agnes” hat in ihrer Dienstzeit allerdings nicht nur viele Kinder erlebt. Bezüglich Maßgaben und Erziehungsstile hat die Kindergärtnerin so einiges mitgemacht. „Als ich angefangen habe, gab es die recht strenge Einteilung in Gruppen. Danach gab es eine ganze Zeit lang ein relativ freies System, in dem die Kinder tun und lassen konnten, was sie wollen. Nun gibt es die offene Arbeit, in der die Kinder sich jeden Morgen entscheiden können, ob sie nun in der Theatergruppe, im Atelier oder in der Baugruppe mitmachen wollen. Anfangs fiel mir diese Arbeitsform sehr schwer, doch als ich das System einmal verstanden hatte, war es das Schönste, was es gibt, sagte sie.

Positiv sieht Langendörfer die Betreuung über Mittag, die es so früher nicht gegeben hat. „Man kann die Kinder so noch besser betreuen, früher sind sie ja immer zur Mittagszeit nach Hause gegangen. Außerdem ermöglicht es den Müttern, berufstätig zu sein, was bei der heutigen wirtschaftlichen Lage ja wichtig ist.” Insgesamt sei die Förderung der Kinder intensiver geworden, meint Langendörfer, „wir arbeiten heute gezielter.”

Doch eins ist heute wie damals wichtig: „Das Gemeinschaftsgefühl. Die Kinder lernen miteinander und füreinander da zu sein, auch einmal zurückzustecken.”

Ob die Kinder in dieser Hinsicht heute schwieriger oder verwöhnter sind? „Kinder sind Kinder, damals wie heute - mir ist nicht aufgefallen, dass die Kinder heute anders als früher wären, ein klein wenig offener höchstens.”

Ihre drei Enkel freuen sich übrigens über den Ruhestand der Oma. „Sie sagen immer, sie müssen mich jetzt nicht mehr mit so vielen Kindern teilen, berichtet Langendörfer.

Mehr Zeit will sich die zweifache Mutter nun auch für ihren Mann nehmen, mit dem sie seit 42 Jahren verheiratet ist. Auch zum Reiten und Walken bleibt nun mehr Zeit. Doch auf die zwei wöchentlichen Besuche im Kindergarten wird sie sich natürlich freuen: „Ich liebe diese Arbeit einfach. Von Kindern kann man einfach nie genug kriegen.”
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