Alsdorf - Volle Geldtöpfe warten auf neue Projekte

Volle Geldtöpfe warten auf neue Projekte

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
7024756.jpg
Das kulturelle Miteinander feiern: Im vergangenen Jahr wurde auch der Integrationstag auf dem Denkmalplatz gefördert, bei dem bereits die jüngsten Alsdorfer signalisierten, dass sie die Vielfalt schätzen. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Wenn in Alsdorf von irgendeiner (institutionellen) Seite verlautbart wird, dass noch Geld vorhanden sei, dann vermutet man diese Behauptung eher als Beitrag in einer karnevalistischen Büttenrede. Man wartet irgendwie auf die Pointe – die aber nicht kommt.

Denn: Der Verfügungsfonds „Mitwirkung und Beteiligung“ im Rahmen des Projekts Soziale Stadt Alsdorf-Mitte hat für 2014 tatsächlich noch Geld „übrig“. Der Fördertopf ist mit 40.000 Euro für das laufende Jahr sogar noch üppig gefüllt.

„Durch das Geld sollen Bürger aus Alsdorf-Mitte ermuntert werden, das Projekt Soziale Stadt mit Leben zu füllen“, sagt Stephan Spaltner vom Quartiersbeirat. Dieser Beirat entscheidet letztlich darüber, für welche Projekte der Verfügungsfonds Geld locker macht. Ihm gehören Vertreter von Institutionen, der Verwaltung und von Räten an, aber auch „ganz normale“ Bürger sind mit dabei und haben eine Stimme.

Im vergangenen Jahr wurden vier Projekte finanziell und von „ABBBA“ (Alsdorfer Bildungs-, Beratungs- und Begleitungsangebote) gefördert: der Tag der Integration (initiiert vom Integrationsrat), das Kulturfestival am Annapark, ein Henna-Abend in der Stadthalle (beides von Lilium e.V.) und das Video „Zukunftsvision Alsdorf-Mitte“ (SJD Die Falken).

Besonders das SJD-Projekt, bei dem Jugendliche nach ihrem Freizeitverhalten und nach Änderungswünschen befragt wurden, habe der Stadt – sozusagen als Nebenprodukt – wertvolle Erkenntnisse geliefert, sagt Stephan Spaltner. „Wir suchen ja den Austausch mit der Jugend. Viele bereits bestehende Angebote sind den jungen Leuten oft nicht bekannt.“ Ob sich diese mit den Wünschen decken – etwa was die Freizeitgestaltung an Abenden oder Wochenenden betrifft oder speziell Angebote für „ältere Jugendliche“ zwischen 18 und 21 Jahren anbelangt – sei einmal dahingestellt.

Drei sind gedeckelt

Auch für 2014 sind drei Projekte gedeckelt, also vom Beirat für förderungswürdig befunden worden: das Ehrenamtscafé im ABBBA-Treff vom Caritasverband, ein Teil- und Tauschring, initiiert von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung in der Diözese Aachen – hierfür werden etwa die Kosten für ein noch leerstehendes Ladenlokal in der Luisenpasassage übernommen – und ein Zirkuscamp unter dem Motto „Gemeinsam schaffen wir alles“, das vom Familienzentrum Annapark in Kooperation mit dessen Förderverein auf die Schiene gesetzt wird.

Bürger ins Boot holen

Auffallend bei den Projekten? Bislang werden alle drei von Einrichtungen, beziehungsweise Institutionen veranstaltet. „Wir möchten aber auch die Bürger direkt mit ins Boot holen“, sagt Quartiersmanagerin Ursula Siemes. Die Aktivitäten der Bürger können dabei vielseitig sein. Es können Informationsveranstaltungen oder eine selbst aufgelegte Stadtteilzeitung oder auch ein offenes Straßenfest sein. „Zu beachten ist aber, dass eine Maßnahmen nicht nur einer Zielgruppe dient, sondern einen integrativen und gemeinschaftsbildenden Nutzen für unterschiedliche Gruppen und Akteure aufweist“, erklärt Marijke Haupt vom Quartiersmanagement. Die „private Grillparty“ wird also nicht gefördert. Im Idealfall weist eine Maßnahme zeitnah sichtbare Ergebnisse vor und bewirkt zudem eine nachweisbare, langfristige Entwicklung oder Verbesserung innerhalb des Programmgebietes „Soziale Stadt“.

Hört sich alles recht kompliziert an, soll es aber nicht sein. Das bekräftigen zumindest die Quartiersmanagerinnen Marijke Haupt und Ursula Siemes. „Die Idee ist wichtig. Und bei der Umsetzung stehen wir ihnen zur Seite, ganz einfach.“ Interessenten können die beiden direkt in ihrem Quartiersbüro in der Luisenstraße kontaktieren. Dort erhalten sie auch weiterführende Informationen zur Voraussetzung einer Förderung, Höhe und Fristen, die eingehalten werden müssen.

Nach der Bearbeitung des Antrags prüft der Beirat die Förderwürdigkeit. Bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten können finanziell unterstützt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert