Vollblutkarnevalist Norbert Hilger: Tänzer, Parodist und Spaßvogel

Von: mas
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„Schörjer Hilger” zelebriert den Boogie auf der karnevalistischen Bühne: Da lässt sich auch Prinz(essin) Gabi gerne von der ansteckenden Fröhlichkeit des 51-jährigen mitreißen. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Fußballer? Die können vieles, aber nicht lustig sein - sagt Volkes Stimme. Aber wenn es einen gibt, auf den das ganz und gar nicht zutrifft, dann ist das Norbert Hilger. Der 51-jährige Baesweiler ist ein Vollblutkarnevalist mit langer fußballerischer Vergangenheit.

Einer, der im Fastelovvend aus der zweiten Reihe heraus mitreißt, ohne sich in den Vordergrund zu schieben. So betrachtet, kommt ihm die Rolle eines Wasserträgers zu. Norbert Hilger trägt zwar nicht die Flasche der Baesweiler Prinz(essin) Gabi (Bockmühl). Er liefert aber auf andere Art Prickelndes fürs Team. Und davon profitiert die ganze Mannschaft, der prinzliche Hofstaat.

Ein jeckes Talent

Bei der Zusammenstellung ihres Perspektivteams hatte sich Regentin Bockmühl gewünscht, aus jeder karnevalistischen Vereinigung Baesweilers je zwei Repräsentanten in ihrem Hofstaat zu platzieren. Das gelang. Als sie aus der Renngemeinschaft „de Schörjer” die beiden Spitzenkräfte Stefan Latten und Norbert Hilger herausfischte, war ihrer Tollität wohl noch nicht bewusst, wen sie sich mit Letzterem an Land zog. „Ich bin eigentlich erst spät beim Karneval aufgeschlagen, weil meine ganze Freizeit dem Fußball gehörte”, kam Hilger durch Heike Hummes 1988 in den Kreis der Schörjer, die gerade ihren legendären Ball feierten.

Gerne auch in Frauenrollen

Dort erkannte man, dass Norbert Hilger, der 1986 eine Saison lang zum Oberliga-Kader des SV 09 Baesweiler gehörte, ein sehr guter Tänzer, Parodist und Spaßvogel ist. „Ich war im klassischen Sinne sicherlich ein karnevalistischer Lehrling und habe alles gemacht”, grinst er vor allem dann wenn er beschreibt, wie er immer wieder „Frauenrollen”, sein Lieblingsthema, bekleidete. Der hauptberufliche Betriebsschlosser wurde ein Teil des Showensembles der Schörjer - der Karneval hatte ein jeckes Talent mehr.

Die neue Liebe zum rheinischen Brauchtum führte ihn sogar dazu, drei eigene Lieder zu texten und zu komponieren. Und wo sind die? „Die habe ich tief in der Schublade. Vielleicht kommen sie irgendwann mal raus”, schlummert der Sänger Hilger symbolisch noch vor sich hin.

Sehr ausgeschlafen präsentiert sich der Mann mit dem Markenzeichen buntkarierte Weste immer dann, wenn er mit seiner Mannschaft auf Tournee geht. An die 100 Auftritte haben Hofstaat und Ehrengarde Baesweiler in dieser Session noch vor sich. Er ist es oft, der am Ende eines langen Abends mit einem Späßchen, einem lockeren Spruch oder einem Tänzchen zwischendurch die „zweite Luft” hervorkitzelt. Oder schon im Bus, bei den Hinfahrten, ein Lied anstimmt. „Ich weiß es selber nicht, wo ich die Power immer her hole. Es ist wohl so, dass ich aus dieser guten Truppe, die wir haben, auch meine Energie herausschöpfe”, sagt er ganz bescheiden.

Schreit das nicht danach, selbst mal Prinz zu sein? „Nein, einen Prinzen Norbert Hilger wird es mit Sicherheit nicht geben”, wird er nach dieser Session wieder ins dritte Glied zurücktreten. Das hat er auch seiner Freundin Heike fest versprochen. „So wie es jetzt ist, ist es gut. Ebenso wie man seinen Traum, einmal Prinz zu sein lebt, so fühle ich mich in meiner Rolle als Mitglied des Hofstaates pudelwohl”, sieht sich Norbert Hilger aber auch mit einem Problem konfrontiert, dass in der heißen Phase des Fastelovvends auf ihn zukommt. „Mir blutet das Herz, wenn ich an die Entscheidung denke, auf welchen Wagen ich am Tulpensonntag gehen soll?” Hier winken die Schörjer, da locken „seine” Mädel und Jungs auf dem Prinzenwagen.

Er schiebt den Gedanken weg. „Das hat ja noch ein paar Tage Zeit.” Tage, in denen der Baesweiler Karneval bei allen seinen Auftritten kräftig Punkte sammelt. Wie zuletzt in Warden, als sich die heimischen Jecken des WKV nach dem Auftritt der Baesweiler einig waren: „Booh, sind die gut!” Da tanzte Norbert Hilger mit Prinzessin Gabi einen mittreißenden Boogie auf der Bühne. Um anschließend sofort wieder in die zweite Reihe zu verschwinden...
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