Würselen - Vier Elftklässler entwickeln eine „App”

Vier Elftklässler entwickeln eine „App”

Von: Elisa Zander
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Stolz auf das Ergebnis: Studienberufswahlkoordinator Josef Kuck und Christian Moser, Betreuer des Projekts vor Ort (hinten, v.l.), freuen sich mit (v.l.) Amir Jariani, Martin Gollan, Jonas Pelzer und Stefan Kuchenbuch. Foto: Elisa Zander

Würselen. Manche Schüler bauen in ihrer Freizeit Seifenkisten, andere spielen Computerspiele oder treffen sich mit Freunden zum Skaten. Bei Martin Gollan, Stefan Kuchenbuch, Amir Jariani und Jonas Pelzer war das in den vergangenen Wochen etwas anders.

An sechs Nachmittagen waren die vier 17-jährigen Schüler des Würselener Gymnasiums Teil des Teams der Software-, Multimedia- und Computerfirma Moser in Würselen. Gemeinsam mit dem Sohn des Geschäftsführers, Christian Moser, und Ren Rüttgers entwickelten sie eine App (englische Kurzform für „application”), ein Anwendungsprogramm, das mittlerweile meist für so genannte „Smartphones” genutzt wird.

„Es wurde uns hier sehr leicht gemacht”, erinnert sich Amir Jariani an den ersten Tag. „Wir konnten von Anfang an direkt mitarbeiten und haben unsere Ideen und Bedenken eingebracht.” Auf manche Einfälle wären selbst die Profis nicht gekommen, gibt Christian Moser zu. „So eine Zusammenarbeit ist immer sehr fruchtbar.”

„Total unterfordert”

Es ist eine Zusammenarbeit, die seit vier Jahren am Gymnasium praktiziert wird. Mit der Kooperation wollen beide Seiten den Schülern einen praktischen Einblick in die Arbeitswelt verschaffen. „Es ist etwas anderes, in der Schule zu sitzen und Theorie über das Berufsleben erzählt zu bekommen, oder es tatsächlich zu erleben”, sagt der Studienberufswahlkoordinator Josef Kuck.

Und Matthias Moser, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, geht noch einen Schritt weiter. „Meiner Erfahrung nach wird in vielen Familien nicht ausreichend über Berufsperspektiven informiert.” „Außerdem fehlt in der Schule häufig der Bezug zur Realität”, findet Heinz Gehlen, Geschäftsführer der Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.

Die Kooperation ist unterdessen mehr als eine Öffnung von Unterricht und das Anbieten von außerschulischen Lernorten. Auf diese Weise werden auch besonders Begabte gefördert. „Unsere ausgewählten vier Schüler sind in einigen Bereichen total unterfordert”, berichtet Schulleiter Günther Sonnen.

Das war während ihrer Tage in dem Unternehmen anders. Dort erarbeiteten die vier Schüler eine Applikation, die sowohl für den normalen Internetzugang genutzt werden kann als auch Smartphone-fähig ist.

Dazu wurde zu Beginn eine Datenbank erstellt, die mit dem anschließend entwickelten Programmcode abgefragt werden kann. Schließlich wurde die Benutzeroberfläche erarbeitet. „Wichtig war, dass die Mitarbeiter damit ergonomisch und schnell umgehen können”, weiß Jonas Pelzer jetzt.

Verpflichtung der Unternehmen

Das Ergebnis ist ein Programm, das von den Technikern und Consultern der Firma im Außendienst zukünftig zur internen Datenabfrage genutzt wird. Für Kundendaten, Fragen zu Computersoftware oder kleinen Problemen müssen sie bald nur noch eine Anfrage stellen. „Das ist eine enorme Arbeitserleichterung und spart viel Zeit”, sagt Matthias Moser.

Er freut sich über das erfolgreich verlaufene Projekt, das im Rahmen der „Kooperationsnetze Unternehmen & Schule” (KURS) auf Initiative der IHK Aachen, Bonn und Köln sowie der Bezirksregierung betrieben wird. Bereits 60 Prozent der Schulen im Kammerbezirk der IHK Aachen konnten Unternehmen für die Initiative gewinnen.

Matthias Moser sieht darin auch eine Verpflichtung. „Wir haben als mittelständisches Unternehmen der Region die gesellschaftliche Verantwortung, die Berufschancen der Schulabgänger zu verbessern und so einen Beitrag zur Zukunftssicherung zu leisten.” Vier seiner zukünftig möglichen Mitarbeiter hat er bereits gut kennen und schätzen gelernt. Ob sich die Elftklässler einmal bei der Firma bewerben werden, wissen sie noch nicht.

Aber die Zeit im Unternehmen hat ihnen gezeigt, was hinter dem Beruf steckt. „Es bedeutet, nicht nur am Computer zu sitzen”, sagt Stefan Kuchenbuch. „Es ist eine vielfältige Aufgabe, bei der man im Team arbeitet und einem immer neue Herausforderungen gestellt werden.”
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