Viel Kritik am Afghanistan-Einsatz und wenig Resonanz

Von: ehg
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Forderten eine friedliche Lösung für Afghanistan: Teilnehmer der Kundgebung der „Würselener Initiative für den Frieden”. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Im Vorfeld der Abstimmung im Bundestag über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats für die Bundeswehr setzte die „Würselener Initiative für den Frieden” durch eine öffentliche Kundgebung mit „Der Krieg muss beendet werden!” ein unmissverständliches Zeichen.

Allerdings hielt sich die Zahl der Teilnehmer vor dem Rathaus auf dem Morlaixplatz in Grenzen, nahm die Würselener Bevölkerung - nicht zuletzt auch angesichts des nasskalten Wetters - kaum Notiz vom Anliegen der Initiative.

Rechtzeitig vor der Debatte im Bundestag über die Mandatsverlängerung hatte die Initiative zur Problematik des Afghanistan-Krieges per Mail an alle 622 Abgeordneten einen Appell gerichtet. Sprecher Dr. Ansgar Klein: „Unsere Abgeordneten entscheiden über Krieg und Frieden.” Die Forderung nach einer Beendigung des Krieges untermauerte Klein mit sieben Thesen. Dabei unterstellte er den USA, an Afghanistan, der Drehscheibe in Zentralasien, wegen des Erdöl- und Erdgas-Reichtums am Kaspischen Meer ein geostrategisches Interesse zu haben. Die von den USA geführte „Operation Enduring Freedom” (Operation andauernde Freiheit) habe mit brutalen Luft- und Bodeneinsätzen Tausende Tote unter der Zivilbevölkerung auf dem Gewissen. Deutschland habe für diese Operation ebenfalls Streitkräfte bereit gestellt.

Für Klein besteht kein Zweifel: „Dieser Krieg unterstützt eine korrupte Regierung!” Neben dem von den Besatzungsmächten eingesetzten Präsidenten Karsai sitzen - so der Sprecher - Drogenschieber und Kriegsverbrecher am Kabinettstisch.

Für den Hauptredner der Kundgebung, den langjährigen Vorsitzenden des Aachener Friedenspreises Otmar Steinbicker, ist der Rücktritt des ehemaligen Verteidigungsministers Franz Josef Jung und die Entlassung von Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und von Staatssekretär Peter Wichert nur der Anfang.

Es sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber es reiche bei weitem nicht aus, dass Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Luftangriff auf von Taliban entführte Tanklaster bei Kundus neu beurteilen wolle. „Notwendig ist eine Neubeurteilung des gesamten schrecklichen Krieges.” Steinbickers Forderung: „Die Bundeswehr muss von diesem Kriegsschauplatz abtreten.” Die Friedensbewegung müsse alles in ihren Kräften Stehende tun, einen Bürgerkrieg in diesem Land zu verhindern.
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