Herzogenrath - Vetrotex: „Was den Leuten hilft, ist neue Arbeit oder die Rente”

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Vetrotex: „Was den Leuten hilft, ist neue Arbeit oder die Rente”

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Die Lage ist ernst: (v.l.) Auch Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann konnte Bürgermeister Christoph von den Driesch und Vetrotex-Geschäftsführerin Anita Beblek gestern keine frohe Botschaft überbringen. Foto: Stefan Schaum

Herzogenrath. Der stellvertretende IGBCE-Bezirksleiter Manfred Maresch fasste es zusammen: „Ich bin ja schon froh, dass der Minister kein Wolkenkuckucksheim gebaut hat.” Und machte damit deutlich, dass auch die Gewerkschaft begriffen hat, dass die Lage bei Vetrotex aufgrund durch einen Konzern alleine nicht mehr zu beeinflussende Umstände, die weltweite Wirtschaftskrise nämlich, aussichtlos geworden ist.

Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann hat am Runden Tisch bei Vetrotex in Herzogenrath am Donnerstagnachmittag denn auch alle Karten auf den Tisch gelegt: Klar hat er die Unwahrscheinlichkeit vor Augen geführt, einen Investor zwecks Werkserhalts zu finden („Wenn Vetrotex es nicht geschafft hat, wie soll es ein anderer können?”) und auch deutlich gemacht, dass er sich in die Verantwortlichkeiten, die nun bei Werksleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft liegen, nicht einmischen werde.

Will heißen: Zusagen konnte er nur, dass das Land die Overheadkosten für die Bildung einer Transfergsellschaft in vollem Umfang übernehme. Und auch hier klare Worte: Wenig qualifizierte und ältere Arbeitnehmer, die zum Teil schon Jahrzehnte dabei sind und sich nie irgendwo anders beworben haben („eine mir eigentlich sympathische Struktur, die ich hier vorgefunden habe”), „werden sich auch in der Transfergesellschaft schwertun”.

Laumann: „Ich rate, auf Zeit zu spielen. Es ist seriös nicht sagbar, wie lange die Krise andauern wird. Aber es liegt auf der Hand, dass es erst hinterher möglich sein wird, einen neuen Job zu finden.”

Denn, so die „bittere Wahrheit”: Viele Firmen in der Region fahren Kurzarbeit, „da muss man sich erst gar nicht bewerben!” Und auch da ist der Minister ehrlich: „Was den Menschen hier wirklich hilft, ist nur neue Arbeit - oder die Rente.”
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