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Verkehrschaos trübt den Einkaufsspaß am Mariadorfer Dreieck

Von: Holger Bubel
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Nur Autofahrer erwünscht? Die Zufahrt zu den Discountern am Nahversorgungszentrum Mariadorf-Dreieck ist nicht mit Bürgersteigen ausgestattet. Fußgänger müssen den Umweg über den Bushof in Kauf nehmen. Foto: Holger Bube

Alsdorf. Eigentlich war die Freude ganz allgemein groß. „Mit diesem Angebot haben wir die Nahversorgung in der Alt-Gemeinde Hoengen sichergestellt“, freute sich Bürgermeister Alfred Sonders noch vor einigen Wochen, als Edeka, Roßmann und Aldi im Schatten des Zentralen Umsteigeplatzes (ZUP) gleich am Mariadorfer Dreieck die Pforten für rund 20.000 Kunden im unmittelbaren Einzugsbereich öffneten. Für viele dieser Kunden – und auch für die Anbieter – hat sich die Freude ein gehöriges Stück weit in Frust gewandelt.

Der Grund: „Chaotische Zustände“ bei Zu- und Abfahrt zum Verkaufszentrum. Fußgänger erreichen nur auf Umwegen die Geschäfte oder riskieren, durch Pkw gefährdet zu werden. Und die Händler beklagen eine Parkplatzsituation, die so nicht hinnehmbar sei, wie die Grünen-Ratsfraktion jetzt in einer Anfrage für die kommende Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung Ende des Monats moniert haben.

„Mehrere Bürger haben sich bereits bei uns beklagt. Wurden baurechtliche Vorschriften bezüglich Barrierefreiheit, Fluchtwege etc. eingehalten?“, fragen die Grünen.

„Ich bin dankbar für diese Anfrage“, erklärt Erster Beigeordneter Ralf Kahlen. Denn dass es am neuen Einkaufszentrum noch hakt, ist in der Verwaltung angekommen. Etwa dass sich auf dem Parkplatz zwangsläufig der zufließende und abfließende Pkw-Strom mit den Fußgängern und Einkaufswagen kreuze und dadurch ein Rückstau bis in den Kreisverkehr entstehe.

Sogar von einem „zeitweisen Rückstau bis zur Kreuzung Jakobstraße“ sprechen die Grünen. Dadurch werde zusätzlich auch der Busverkehr behindert. Im herannahenden Winter sehen die Antragsteller ein weiteres Gefahrenpotenzial für den Verkehr: „Dann ist damit zu rechnen, dass auf Grund der engen Verhältnisse auf dem Parkplatz und der absolut unglücklich gewählten Verkehrsführung auf dem Gelände die negative Beeinflussung auf den Verkehr im öffentlichen Raum stark zunehmen wird. Zusätzlich ist mit einer erhöhten Anzahl von Unfällen zu rechen, da das Gelände stark abschüssig ist“, heißt es.

Ralf Kahlen sagt dazu: „Wir stehen jetzt nicht staunend dabei. Bezüglich des Parkplatzes haben wir aber keine Handhabe. Zumal mehr Stellplätze ausgewiesen sind, als baurechtlich vorgegeben ist. Aber auch im Sinne der Kundenfreundlichkeit muss der Investor hier tätig werden.“

Die Empfehlung der Stadt: Auf dem Parkplatz am Ende der Einfahrt zwei Parkplätze opfern und die bisherige 90-Grad-Kurve dadurch entschärfen. „So wird die Begegnung des Gegenverkehrs vermieden.“ Zudem wolle die Stadt ein Angebot unterbreiten, bei Finanzierung durch den Investor eine zweite Zu- und Ausfahrt zu genehmigen.

Den Rückstau verringern

Einen Rückstau könne man nach Ansicht Kahlens auch dadurch verringern, dass man die Fahrbahnen der vorhandenen Zufahrt verbreitere und entsprechend markiere. Eine klare Trennung zwischen Ein- und Ausfahrt verhindere den Begegnungsverkehr. „Ganz unglücklich“ zeigt sich der Beigeordnete auch mit der Erreichbarkeit der Geschäfte auf dem Fußweg.

Bislang müssen die Käufer über den ZUP auf der nicht für Fußgänger ausgewiesenen Busbahn laufen und landen dann an einer LKW-Ausfahrt. „Hier muss eine Lösung in der Nähe des Kreisverkehrs gefunden werden“, sagt Kahlen. Diese solle so sein, dass sie auch für gehandicapte Menschen ausgebaut ist.

Trotz aller „Kinderkrankheiten“ ist Ralf Kahlen optimistisch, dass sich der Verkehr regelt. Nicht von alleine, sondern wenn zwei Faktoren greifen: Zum einen die Freischaltung der neuen Ampelanlage am Dreieck mit den zusätzlichen Rechtsabbiegerspuren („Das führt zu einem deutlch besseren Verkehrsabfluss auch am Kreisverkehr“), zum anderen die Wiedereröffnung der Aldi-Filiale an der Luisenstraße in Mitte.

Denn nach einer Zählung habe der Mariadorfer Aldi derzeit ein zusätzliches Kundenaufkommen von 40 Prozent. „Die Probleme sind erkannt. Wir und auch die Discounter sind uns einig, dass etwas geschehen muss. Noch in diesem Monat setzen wir uns alle mit dem Investor an einen Tisch und suchen gemeinsam eine Lösung.“

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