„Vergissmeinnicht“: Hilfe bieten, wo Not am Menschen ist

Von: mabie
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Symbolhafte Blümchen: (v.l.) Regina Rempel, mit 18 die noch immer jüngste Netzwerkerin, Gemeindereferent Wilfried Hammers, Kassiererin Gerda-Maria Schwartz, Vorsitzender Georg Schwiering und Sozialarbeiterin Eva Sommer gingen mit „Vergissmeinnicht“ optimistisch an den Start. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Eine Ortslage, ein Quartier, ein gemeinsames Projekt: Mit diesem Ansatz ist vor einem Jahr das Nachbarschaftshilfeprojekt „Vergissmeinnicht“ an den Start gegangen.

Beheimatet in der Pfarre St. Josef in Straß, sind der Verein, der dahinter steckt, und Eva Sommer als Gesicht von „Vergissmeinnicht“ aber bei weitem nicht nur eine Anlaufstelle für katholische Gemeindemitglieder: „Wir bieten aufsuchende Quartiersarbeit für alle an“, sagt die 48-jährige Sozialarbeiterin und ausgebildete Krankenschwester.

Genau diese Mischung aus dem Wissen um die sozialen wie körperlichen Bedürfnisse macht es ihr leichter, ihre Arbeit zu verrichten. Am Anfang, so erinnert sie sich, war das Projekt natürlich noch völlig unbekannt und sie musste sich auf ihren Touren durch den Ortsteil Straß immer wieder ins „kalte Wasser“ wagen. Natürlich nur sprichwörtlich, dennoch war und bleibt es nicht ganz einfach, sich bei den Menschen als Anlaufs-, Beratungs- und Vermittlungsstelle für aufsuchende und begleitende Quartiersarbeit vorzustellen. „Da ich aber gerne auf die Menschen zugehe und von Hause aus Netzwerkerin bin, ist es meistens kein Problem, doch irgendwann Kontakt zu bekommen“, sagt Sommer.

Inzwischen blickt sie auf ein lokales Netz von 32 Menschen, die Unterstützung geben, und 17 Menschen, die aktuell Hilfe brauchen. Da gibt es beispielsweise die Dame, die sich nicht am Bein operieren ließ, weil sie ihren Hund nicht alleine lassen wollte.

Oder da gibt es Menschen, die einfach nur Hilfe brauchen, um die Mülltonnen herauszustellen. „Meist sind es auch überforderte Angehörige oder ältere Betroffene, die manche Dinge einfach nicht mehr selbst regeln können“, berichtet Sommer. Dennoch dauert es manchmal, bis Menschen, die Hilfe brauchen, sich melden oder die Kunde davon bei Eva Sommer ankommt. So sei die Hemmschwelle, sich zu melden, leider immer noch groß.

Die Geber sind hingegen schneller dabei, die Gruppe ist auch altersmäßig breit gestreut, reicht von der 18-Jährigen bis zum Senior.

Und auch die Arbeit bei „Vergissmeinnicht“ ist vielfältig. „Wir sind von der Stillberatung bis in die Hospizarbeit und Trauerbegleitung sehr breit aufgestellt“, sagt Eva Sommer. Dafür musste sie kräftig die Werbetrommel rühren: Denn die sozialen Netzwerke fangen nicht erst bei der Gemeinde an und hören beim Koordinationsbüro rund ums Alter der Stadt Herzogenrath auf. „Schulen, Kitas, Friseure, Bäckereien, Pflegedienste, Trauercafé, Altenheim, Pflegestützpunkt und auch soziale Projekte anderer Träger sind alle bei uns ins Netz eingebunden“, zeigt Sommer auf.

Auch notwendige Umbauten, die ein Zuhause barrierefrei gestalten und so für veränderte Mobilitätsansprüche angepasste, eigene vier Wände sorgen, können von „Vergissmeinnicht“ angestoßen werden. „Ich habe immer die passenden Leute im Kopf, wenn es einen Hilfesuchenden gibt“, sagt Sommer, „dabei ist es aber auch ganz wichtig, dass der erste Kontakt klappt.“ Schließlich sollten auch die Ehrenamtler, ohne die das Netzwerk „Vergissmeinnicht“ nicht existieren könnte, Spaß an der Sache haben.

Spaß und Freude hat auch Eva Sommer, die sich dank ihres Engagements schnell zu einem bekannten Gesicht im Straßer Quartier entwickelt hat. Wünsche gibt es nach einem Jahr dennoch. „Ich würde gerne einen Runden Tisch institutionalisieren, damit wir im Sinne der Hilfe im Einzelfall noch schneller und gezielter reagieren können“, regt Sommer an.

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