Verein arbeitet Siedlungs-Historie heraus

Von: nina
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Infos vom  Verein „Bergbauden
Infos vom Verein „Bergbaudenkmal Adolf”: Beim Tag des offenen Denkmals erklärten die Mitglieder den Besuchern Wissenswertes über die Historie der Grube Adolf. Foto: Krüsmann

Herzogenrath. „Monumentalbauten gibt es in Merkstein nicht, aber sehr viel Heimat” - diese Aufschrift auf einem Plakat im Fördermaschinenhaus im Grube-Adolf-Park drückt aus, was viele denken.

Merkstein ist ein eng mit dem Bergbau und der nachfolgenden Entwicklung nach dem Aus für die Grube verbundener Ort, dem man seine wechselvolle Geschichte ansieht. Zum Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert” lud der Verein „Bergbaudenkmal Adolf” zu einer Ausstellung ins Fördermaschinenhaus.

In drei Abschnitten

„Wir sind stolz, wieder beim Denkmaltag dabei zu sein und erstmalig auch ein offizielles Plakat mit Genehmigung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu haben”, sagte der Vorsitzende Dr. Hans-Joachim Helbig. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Bergbaukolonie Streiffeld habe man in einer Ausstellung dargestellt, wie das „Wohnen in der Kohle und das Arbeiten am Adolf” ausgesehen hat.

Der Verein „Bergbaudenkmal Adolf” war 1993 aus der Arbeitsgruppe „Grube Adolf” im Bergbaumuseum Wurmrevier in Alsdorf hervorgegangen. Zum Tag des offenen Denkmals erklärten die Mitglieder den Besuchern Wissenswertes über die Historie der Grube Adolf. „Vor dem Bergbau war Merkstein eine Ansammlung kleinerer Ortschaften. Das alte Merkstein bestand aus Orten wie Finkenrath und Hofstadt mit vielen Bauernhöfen”, betonte Helbig. Als 1913 der Bergbau an der Grube Adolf losging, entstanden unter anderem Streiffeld, Floeß und Noppenberg. Das leere Land mit geringer Bebauung verwandelte sich in eine dicht besiedelte Region, war bis 1972 eigenständig. „Bis 1925 hatten wir einen Bevölkerungszuwachs von 67 Prozent, was die Situation auf dem Wohnungsmarkt verschärfte.”

Die vom Eschweiler Bergwerksverein gebaute Siedlung Streiffeld entstand in drei Abschnitten. Von den Wohnungen im Landhausstil sind nur noch wenige Beispiele erhalten. Ebenso sehenswert ist der „Backstein-Impressionismus” der Steigerhäuser. 1911 waren die Häuser bezugsfertig. „Aber die Schule hatte man vergessen”, schmunzelte Helbig. Sie entstand erst 1914. In dem gut erhaltenen Gebäude befindet sich heute das Bürgerhaus. Die älteste Bergarbeitersiedlung aber befindet sich an der Bierstraße. „Die Schule wurde bereits 1897 gebaut, die Wohnhäuser wurden 1902 fertiggestellt. Damit kommen wir sehr nah an das Motto des Denkmaltags heran”, erklärte Helbig.

Zuhause für 200 Familien

Sie hat nichts mit dem Bergbau zu tun, ist aber dennoch ein gelungenes Siedlungsbeispiel: die Glaswerkesiedlung in Ritzerfeld, die 1912 beziehungsweise 1922 entstanden ist. 1952 gab es immer mehr Zuwachs im Bergbau. In Streiffeld entstand die Pestalozzi-Siedlung, in der Familien mit jugendlichen Lehrlingen unter einem Dach wohnten. Das gemeinnützige Wohnungsunternehmen der Aachener Bergmannssiedlungsgesellschaft baute diese zweckmäßigen Wohnungen. Bekannt ist auch die „Weiße Siedlung”. Die Häuserfassaden der ehemaligen Bergarbeitersiedlung in der Nähe der Geilenkirchener Straße sind heute nicht mehr das, was sie mal waren. Frisch gekalkt, wurden die Häuser 1934 als Siedlergemeinschaft für rund 200 Familien ein neues Zuhause.

Neben der Ausstellung zog natürlich auch die Dampffördermaschine aus der Gute-Hoffnungs-Hütte Sterkrade aus dem Jahre 1913 die Besucher an. Die Maschine ist eine Zwillings-Kolbendampfmaschine aus der Blütezeit dieser Technik. Mit dem Dampf, der im bergwerkseigenen Kesselhaus hergestellt wurde - mit einem Druck von 17 bar und einer Leistung von 1250 PS - erreichte man eine hohe Fördergeschwindigkeit. „Die Maschine wurde von Mitgliedern des Vereins restauriert und nach einer Stillstandszeit von 14 Jahren 2001 wieder in Funktion genommen”, erklärte Helbig den Besuchern beim Denkmaltag stolz. Immer zum offenen Sonntag (1. Sonntag im Monat) und eben beim Tag des offenen Denkmals werden Seilfahrten simuliert.
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